Am Sonntag beim Wutzrock Festival 2026war noch lange nicht Schluss. Auch wenn der Großteil der Bands bereits an den beiden vorherigen Tagen gespielt hatte, war für den letzten Tag noch einmal Unterhaltung für die ganze Familie geboten. Den Anfang machte die Rockband Randale, die Rockmusik speziell für Kinder machen und in den ersten Reihen damit viele strahlende Gesichter erzeugten. Auf der kleineren Seebühne sorgte die Bateria Altona für feurige Samba-Beats mit einer Trommel-Show und den Abschluss des Festivals machten The Toten Crackhuren im Kofferraum (TCHIK), die noch einmal den ganzen Platz zum Tanzen brachten.

Randale mit den Kids beim Wutzrock Festival 2026
Wer bei Randale zunächst an eine klassische Punkband denkt, liegt nicht ganz falsch – aber auch nicht ganz richtig. Die 2004 in Bielefeld gegründete Band hat sich auf Rockmusik für Kinder und die ganze Familie spezialisiert. Dabei nehmen sich die vier Musiker musikalisch keineswegs zurück: Punk, Rock, Metal, Reggae, Ska, Folk und Pop fließen in ihren Sound ein. Die Texte bleiben kindgerecht, sind dabei aber bewusst so geschrieben, dass auch Erwachsene ihren Spaß daran haben.
Beim Wutzrock 2026 passte die Band insbesondere am Sonntag hervorragend ins Festivalprogramm. Randale standen um 13 Uhr auf der Elb-Bühne und waren gleichzeitig Teil des Kinderfestes. Statt klassischer Kinderlied-Atmosphäre gab es ordentlich Rock’n’Roll – inklusive Songs über den „Hardrockhasen Harald“ oder den „Punkpanda Peter“, der auch als Crowdsurfer in die Menge geworfen wurde und von den Kunden wieder nach vorne getragen wurde. Die Band verbindet Unterhaltung mit einer gehörigen Portion Augenzwinkern und zeigt, dass Kinder- und Rockmusik keineswegs Gegensätze sein müssen. Besonders schön war, dass sie bei der Ankündigung ihrer Konzerte dazu sagten, dass diese für alle zugänglich sein soll und wenn man es sich gerade nicht leisten kann, einfach eine E-Mail an die Band schreiben soll für freien Eintritt.
Der Auftritt war ein schönes Beispiel für das, was Wutzrock ausmacht: ein Festival, das unterschiedliche Generationen zusammenbringt und dabei musikalisch gerne über den klassischen Festivalrahmen hinausblickt.
Galerie Randale
Samba-Power aus Altona
Für einen ganz anderen Sound sorgte am Sonntag die Bateria Altona Cidade. Die Percussion-Formation aus Hamburg-Altona bringt brasilianische Samba-Rhythmen mit dem Sound der Hansestadt zusammen und verbindet Samba Batucada mit Einflüssen aus Salsa, Reggae, Ragga und Funk. Die Formation gehört zur von Pierre Joan Maarifat geleiteten Bateria Altona und steht für druckvolle Percussion, Bewegung und eine mitreißende Live-Performance.
Beim Wutzrock 2026 war die Bateria Altona Cidade am Sonntag um 14 Uhr auf der See-Bühne zu erleben. Mit ihren treibenden Trommelrhythmen sorgten die Musiker*innen für einen willkommenen Kontrast zum klassischen Festivalprogramm und brachten ordentlich Bewegung auf das Gelände. Gerade die Kombination aus kraftvollen Surdo-Bässen, schnellen Percussion-Parts und brasilianischem Groove machte den Auftritt zu einem der besonderen Farbtupfer des letzten Festivaltages.
In der heißen Mittagssonne trauten sich nicht viele direkt vor die Bühne, verfolgten die Show aber aus dem Schatten heraus und genossen die Unterhaltung.
Galerie Bateria Altona
TCHIK – Elektro-Punk mit Berliner Schnauze
Mit The Toten Crackhuren im Kofferraum, kurz TCHIK, wurde es noch einmal ordentlich schrill und energiegeladen zum Abschluss des Festivals. Die 2005 gegründete Berliner Band verbindet Punk mit Elektropop, NDW-Einflüssen und einer Portion Trash. Musikalisch liegt das irgendwo zwischen Elektro-Punk, Pop und bewusstem Chaos. Bekannt für ihre ungewöhnlichen Texte, ihren provokanten Humor und ihre wilden Live-Shows, haben sich TCHIK über die Jahre eine ganz eigene Nische in der deutschen Punk- und Poplandschaft geschaffen.
Beim Wutzrock standen sie diesmal in kleinerer Besetzung auf der Bühne, was der Energie allerdings keinen Abbruch tat. Auch in dieser kompakteren Formation funktionierte der Mix aus treibenden Beats, punkigen Gitarren und großer Klappe bestens – ein wunderbar unangepasster Abschluss für den Sonntag und ein Auftritt, der ziemlich genau zu einem Festival wie Wutzrock passt.
Galerie TCHIK
Gute Neuigkeiten für 2027

Zum Abschluss hatten die Veranstalter*innen noch gute Neuigkeiten. Die finanziellen Mittel sind für eine erneute Durchführung des Wutzrock Festivals in 2027 gesichert. Genügend Spenden, Sponsorengelder und Getränkeeinnahmen sind auch in diesem Jahr wieder zusammengekommen, um die Grundlage für eine weitere Ausgabe legen zu können. Im Anschluss wurden alle ehrenamtlichen Helfer*innen auf die Bühne geholt und nochmal in ihren Teams erwähnt. Denn ohne die Hilfe all der Personen, die am Festival mitwirken wäre es nicht möglich, dieses Erlebnis anzubieten.
Auf ein Neues im nächsten Jahr!
Weitere Berichte zum Wutzrock gibt es hier
Live-Musik ist meine Leidenschaft. Mit meinem Magazin Mach Mal Laut und meiner Kamera bin ich auf Konzerten und Festivals unterwegs, um besondere Momente einzufangen und Geschichten aus der Rock-, Punk-, Metal- und Hardcore-Szene zu erzählen. Ursprünglich komme ich aus der Lüneburger Heide, lebe aber seit vielen Jahren in Hamburg.





















































