Evanescence: Emotionale Metal Zeitreise in der Barclays Arena

Evanescence – Barclays Arena – 23.09.2026

Evanescence Hamburg 2026 06

Evanescence waren im Rahmen ihrer aktuellen Deutschland Tour zum 2026 erschienen Album Sanctuary in der Barclays Arena in Hamburg zu Gast. 11.000 Fans waren mit dabei und wollten sich mit Songs wie Going Under und Bring me to Life wieder 20 Jahre zurückversetzen lassen. Die Halle war damit bis obenhin gefüllt und es gab nur noch wenige Tickets an der Abendkasse. Das Lineup versprach pure Frauenpower mit 3 Female-Fronted Acts. Als Support waren die Nova Twins aus London dabei, die den Abend eröffneten. Als Special Guest war niemand Geringeres als die Sängerin Poppy mit ihrer Band dabei. Doch es warteten alle auf den Moment als Sängerin Amy Lee und ihre Bandkollegen von Evanescence die Bühne betraten.

Carrie’s Konzert-Kommentar: Ein Abend voller Emotionen

Während ich den Abend aus fotografischer und journalistischer Sicht betrachtet habe, erzählt Carina, wie sie das Konzert als Fan erlebt hat.

Evanescence in Hamburg – da musste ich einfach hin!

Die Chance, Amy Lee mit ihrer wahnsinnig tollen Stimme und Songs wie Going Under und Bring Me to Life live zu erleben, konnte ich mir nicht entgehen lassen. Glücklicherweise ergatterte ich am Tag vor dem Konzert noch ein Ticket für den Innenraum.

Die Nova Twins waren mir vorher ebenso unbekannt wie Poppy. Umso positiver überrascht war ich von den beiden Künstlerinnen. Mit ihrem Mix aus Rap, Punk, Heavy Bass und jeder Menge Power haben sie mich live sofort abgeholt. Auch wenn ihre Musik vermutlich nicht unbedingt auf meiner Playlist für einen zufälligen Dienstagnachmittag landen würde, funktionierte sie auf der großen Bühne erstaunlich gut. Besonders spannend fand ich die unterschiedlichen Facetten ihres Sounds – von wuchtigen Songs bis hin zu ruhigeren und melodischeren Momenten.

Poppy konnte mich dagegen nicht ganz durchgehend überzeugen. Ihre härteren und schnelleren Songs gefielen mir deutlich besser, während sich das Set für mich zwischendurch etwas zog. Die vielen Requisiten, Instrumente und Lichteffekte machten die Show trotzdem abwechslungsreich. Insgesamt würde ich mir Poppy eher noch einmal auf einem Festival anschauen als bei einem eigenen Konzert.

Dann kam Evanescence.

Evanescence Hamburg 2026 11

Pünktlich um 21:50 Uhr stand Amy Lee mit ihrer Band auf der Bühne – und von der ersten Sekunde an war ich begeistert. Ihre Stimme und ihre unglaubliche Energie zogen das gesamte Publikum in ihren Bann. Gerade bei den Klassikern wurde die Halle zum riesigen Chor, aber auch die für mich weniger bekannten Songs entwickelten eine ganz eigene Atmosphäre.

Besonders emotional wurde es bei den Songs, die Amy Lee am Piano spielte. Ihre persönlichen Worte zwischen den Liedern machten diese Momente noch intensiver. *Forever Without You* war für mich dabei einer der berührendsten Momente des gesamten Abends.

Auch die visuelle Produktion hat mich beeindruckt. Die LED-Wand im Hintergrund wurde nicht einfach nur als Leinwand genutzt, sondern war Teil der gesamten Inszenierung. Teilweise wurden Livebilder aus der Halle in die verschiedenen Bühnenbilder integriert. Dazu kamen Feuer, Konfetti und zahlreiche weitere visuelle Effekte.

Am Ende bleibt für mich vor allem eines: ein richtig toller Konzertabend. Evanescence hat mir die Band wieder ein gutes Stück nähergebracht und mich sehr glücklich auf den Heimweg geschickt. Und eines steht für mich schon fest: Auf ihren Auftritt im kommenden Jahr bei Rock im Park freue ich mich jetzt schon!

Nova Twins eröffneten den Abend

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Die beiden Frauen aus England legten mit ihrem energiegeladenen Mix direkt voll los. Ergänzt wurden sie von einem Live-Schlagzeug. Der Gesang von Gitarristin Amy Love ergänzt die Musik mit einem groovigen Mix. Insgesamt wirkte der Stil wie eine Mischung aus Punkrock, Hip Hop und Power Rock. Die Band selbst bezeichnet ihren Stil als Urban Punk. Am Bass spielt Georgia South, die auch immer wieder nach vorne an den Bühnenrand kam und den Auftritt sichtlich zelebrierte.

Die beiden sind entgegen dem Bandnamen keine Zwillinge, aber bereits seit der Kindheit befreundet. 2018 nahmen sie ihr Debütalbum Who are the Girls? auf, das 2020 veröffentlicht wurde. In dieser Zeit waren sie bereits auf großen Festivals und Touren von Bands wie Fever 333 und Prophets of Rage, in deren Stil sie sich perfekt einfügen. Vor dem Konzert hatte ich sie noch gar nicht live gesehen. Mir gefiel der kraftvolle Auftritt insgesamt gut. Das Publikum quittierte den Auftritt mit dezentem Kopfnicken und lautem Applaus. Viel Bewegung war hier nicht zu sehen. Das heißt in dem Fall aber nichts Negatives. Es war einfach ein grooviges Konzert zum Genießen.

Galerie Nova Twins

Setlist Nova Twins
Nova Twins Setlist Barclays Arena, Hamburg, Germany 2026

Poppy stiftete das Moshpit an

Poppy wärmte das Publikum als zweiter Act des Abends weiter auf und drehte das Tempo deutlich weiter nach oben. Im Vergleich zu Ihrem Konzert in Hamburg im April war es jedoch mit deutlich weniger Effekten auf der Bühne. Auch Interaktionen mit dem Publikum gab es lange nicht. Vor dem letzten Song new way out wandte sie sich dann aber doch noch an das Publikum und stellte sich mit den Worten „Hamburg, My Little Hamburg, it’s Poppy.“ kurz vor. Sie bedankte sich beim Publikum aber forderte für den letzten Song noch einmal auf, alles zu geben und insbesondere besser zu sein als das Publikum in Amsterdam, die laut ihrer Aussage das schlechteste darin waren eine Wall of Death zu bilden bei diesem letzten Song. Als der Song einsetzte startete bereits ein Circle Pit und in der Bridge kam die geforderte Wall of Death. Das war der actionreichste Moment des Abends im Publikum.

Setlist Poppy
Poppy Setlist Barclays Arena, Hamburg, Germany 2026

Evanescence berührten die Herzen und brachten die Halle zum Mitsingen

Sanctuary heißt das neue Album von Evanescence und mit dem Titelsong startete auch das Set der US-amerikanischen Band um Sängerin Amy Lee. Die Fans konnten den Beginn des Konzerts kaum erwarten. Die lange Umbaupause von Poppy zu Evanescence von 40 Minuten verstärkte die Vorfreude noch weiter. Der Bühnenaufbau wirkte auf den ersten Blick sehr schlicht. Es wurde nicht viel aufgebaut. Auf der Bühne war lediglich das Schlagzeug auf einem etwas erhöht stehenden Podest mit einer Schräge davor erkennbar. Dazu kamen ein paar Behälter für Feuereffekte. Doch das Gefühl, dass dieser Bühnenaufbau langweilig wirkte, sollte sich als Täuschung herausstellen. Das Set begann kraftvoll mit dem Song Sanctuary und wurde direkt gefolgt von zwei weiteren Songs vom aktuellen Album mit Tell me when you’e had enough und Afterlife.

Die Fans in der ersten Reihe und in der ganzen Halle sangen die neuen Songs begeistert mit. Auch die Stimme von Sängerin Amy Lee hat in der über 20-jährigen Geschichte der Band nichts eingebüßt. Der kraftvolle und emotionale Gesang ist unverkennbar und verleiht den Songs ein besonderes Gefühl. Insbesondere, wenn Amy laut herausschreit zeigt sich die ganze Kapazität ihrer Stimme. Bei einigen Songs, wie z.B. bei My Immortal führte das zu regelrechtem Jubel in der ganzen Halle.

Wie bereits geschrieben wirkte der Bühnenaufbau zunächst schlicht. Doch während des Sets zeigte sich die Vielfältigkeit der Bühnenproduktion. Über und vor der Bühne an der Decke hingen lange Kabel, die mit LEDS beleuchtet waren und immer wieder passend ins Bild gelassen wurden. Der Hintergrund der Bühne war ein riesiger LED-Bildschirm auf den verschiedene Illustrationen projiziert wurden, von industriell aussehenden Settings und verschiedenen Grafiken, in denen auch immer wieder die Bandmitglieder selbst live gezeigt wurden bis zu komplexen Grafiken, wie z.B. einer Taube, die sich in verschiedenen Kabeln verfangen hatte und sich am Ende befreite. Die Schräge am Podest auf der Bühne diente dabei als Verlängerung und erzeugte bei einigen Grafiken dadurch einen 3D-Effekt. Die Feuersäulen auf der Bühne waren nicht die einzigen Pyro-Effekte. Bei einigen Songs wurden weitere Flammen auf der ganzen Bühne aktiviert und auch daneben waren aufbauten, die in Flammen standen und wirkten wie ein Wald in Flammen. Zusätzlich hatte die Bühne noch eingebaute Podeste, die das Schlagzeug teilweise hoch in die Luft hoben aber auch die Bandmitglieder spielten hier teilweise in luftiger Höhe auf Podesten links und rechts neben dem Schlagzeug. Es war beeindruckend zu sehen, was aus einem so einfachen Grundaufbau der Bühne alles herausgeholt wurde.

Das Set führte im Wesentlichen durch die Songs des neuen Albums. Ganze 11 von 12 Songs spielte die Band an diesem Abend live vom Album. Bis auf How Do I Heal? wurden alle Songs gespielt. Aber natürlich spielte die Band auch ihre Klassiker. Als vierter Song kam direkt Going Under, bei dem es direkt laut wurde in der Halle. Moshpits suchte man an diesem Abend vergeblich. Es war eher ein durchgehendes Headbangen und Mitsingen, was diesen Abend zu einer gemeinsamen Gesangstherapie machte und alle Anwesenden zusammenschweißte. Auch die Bandmitglieder Emma Anzai am Bass, Will Hunt am Schlagzeug, sowie Tim McCord und Troy Mclawhorn waren immer wieder zu sehen, wie sie zu den Songs headbangten und das Spielen auf der Bühne sichtlich genossen.

Emotional wurde es, wenn ein Klavier auf der Bühne erschien und Amy Lee sich daran setzte. Beim Song Forever Without You musste sie selbst ein paar Tränen aus dem Gesicht wischen. Davor ermutigte sie noch alle Anwesenden auf sich selbst zu hören und wenn sie sich in einer Situation befänden, die Ihnen nicht gut tut, daraus auszubrechen und sich nicht einschränken zu lassen, was mit lautem Jubel und Applaus quittiert wurde. Nach dem Song ging es direkt über in den Mega-Hit Bring me to Life. Bereits die ersten Klänge ließen die Halle komplett ausrasten und während des Songs wurde es an diesem Abend am lautesten.

Eine weitere Überraschung (die eigentlich keine mehr war) gab es als die Band den Song End of you spielte und Poppy mit auf die Bühne kam. Der Song wurde von Amy Lee zusammen mit Poppy und Courtney LaPlante von der Band Spiritbox aufgenommen und zeigt eindrucksvoll, wie die drei Frauen sich zusammen ergänzen. Der emotionale Gesang von Amy Lee zusammen mit dem Shouting von Poppy und der an diesem Abend nicht anwesenden Courtney fügen sich perfekt zusammen. Zum Ende des Sets wurde es dann nochmal emotional.

Nach dem meiner Ansicht nach besten Song vom neuen Album Who will you follow? senkte sich ein weißer Vorhang am vorderen Ende der Bühne und das Klavier kam erneut zum Vorschein. Es war jetzt nur noch Amy mit dem Klavier zu sehen. Die anderen Bandmitglieder waren im Hintergrund verschwunden. Amy spielte auf dem Klavier den Hit My Immortal, bei dem die ganze Halle mit Feuerzeugen und Taschenlampen erleuchtet wurde und nicht jedes Auge trocken blieb. Aus meiner Sicht kann man kein viel besseres Konzert spielen. Ich hätte lediglich gerne noch den Song Tourniquet vom Album Fallen gehört.

Zum Abschluss spielte die Band noch Wide Open Heart bevor sie sich vom Hamburger Publikum verabschiedeten. Eine lustige Anekdote, die ich so noch nicht gesehen habe war, dass Amy die Setlist sorgfältig zusammenfaltete und anschließend mit einer Zwille ins Publikum schoss.

Galerie Evanescence
Setlist Evanescence
Evanescence Setlist Barclays Arena, Hamburg, Germany 2026, Sanctuary

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