Carries Festival-Kommentar: Heimspiel-Wochenende auf dem Amplifire Festival & Elbriot Festival 2026 in Hamburg

Amplifire-Festival – MS Artville Gelände – 07.-08.08.2026 | Elbriot-Festival – Open Air am Großmarkt – 08.08.2026 | Hamburg

Der Freitag beim Amplifire-Festival

Das erste Augustwochenende läutete den neuen Monat direkt mit einem vollen Kalender ein. In Wilhelmsburg feierte das Amplifire Festival sein Debüt und am Samstag fand bereits zum zwölften Mal das Elbriot auf dem Großmarkt statt. Mit einigen Highlights im Lineup waren beide Festivals direkt vor der Haustür quasi Pflichtprogramm.

Am Freitagnachmittag ging es ohne große Erwartungen – außer natürlich an das sicher wieder großartige Konzert von Frank Turner & The Sleeping Souls, auf das ich mich besonders freute – zum Amplifire im Hamburger Hafen. Nach einer kurzen Orientierung auf der Veranstaltungsfläche, die doch etwas verwinkelt ist, schaute ich zuerst bei The Get Up Kids auf der Butterland-Bühne vorbei und traf mich hier mit Ralph. Ich hatte einen sehr gechillten Eindruck von der Musik der Band, die den weiten Weg aus Kansas City auf sich genommen hat, und fand sie sehr sympathisch. Der Platz vor der kleinen Bühne ist durch die Geländegestaltung etwas eingeschränkt, was ich ein bisschen schade finde, und vor allem der Sound-Turm nimmt doch recht viel Sicht. Insgesamt war es aber ein schönes Konzert und eine angenehme Stimmung im Publikum.

Kurz vor Ende des Gigs gingen wir ein Stück über das Gelände, das als Zuhause vom MS Dockville, einem Kunst- und Musik-Festival, sehr künstlerisch geprägt ist. Hier findet man viele Skulpturen und Installationen, im Dunkeln teilweise beleuchtet, verschiedene Graffitis und andere Kunstobjekte, sodass es an allen Ecken etwas zu entdecken gibt. Das MS Dockville haben wir bisher noch nicht besucht, aber schon viel Gutes gehört. Sicher ebenfalls einen Besuch wert!

Im hinteren Teil gelangten wir zu den Foodtrucks, die eine gute, auch vegetarische Auswahl und Vielfalt anboten. Bei mir wurde es mein Go To-Festivalessen: leckere Käsespätzle! Eine sichere Bank, die eine gute Portion zu einem annehmbaren Preis bietet.

Frisch gestärkt dauerte es nicht mehr lang, bis Frank Turner auf der Hauptbühne loslegte. Vom ersten Song an waren er und die Sleeping Souls mit voller Energie dabei und auch im Publikum war eine super Stimmung. Für mich gab es einen kurzen Abstecher in den Circle Pit und ich genoss den Auftritt in vollen Zügen. Eigentlich ist jedes Konzert von Frank Turner ein absoluter *happy place* für mich. Besonders gefreut habe ich mich dieses Mal, dass er nach längerer Zeit wieder The Way I Tend to Be live gespielt hat, einen meiner Lieblingssongs. Mit viel Glück im Herzen und einem breiten Grinsen im Gesicht war die ganze Show mein Highlight des Tages!

Frank Turner Amplifire Festival 2026 09

Fjørt schlossen direkt auf der zweiten Bühne an. Ich nutzte die Zeit für eine Getränkepause und hörte sie mir im Hintergrund an. Die Post-Hardcore-Band lieferte einen interessanten Mix, der zwar nicht ganz mein Ding war, aber trotzdem spannend zu verfolgen. Das ist eben auch das, was ich an Festivals so mag: neue Bands kennenlernen, egal ob ich neue Lieblinge finde oder etwas gar nicht meinen Geschmack trifft. Hauptsache, immer offen dafür sein und den eigenen musikalischen Horizont erweitern.

Genau das war auch bei Biffy Clyro der Fall. Ich kannte die Band vom Namen her, konnte sie ansonsten jedoch nicht so richtig einordnen und mein Gedanke war, dass ich wahrscheinlich trotzdem den ein oder anderen Song kennen würde. Tatsächlich war dies nur bei Mountains der Fall. Beeindruckend war die sehr präsente Lichtunterstützung während des gesamten Konzerts, die viel zur Stimmung beitrug und die ich in so einem Ausmaß schon länger nicht gesehen habe. An der ein oder anderen Stelle war es mir etwas zu viel Licht und Flackern, insgesamt jedoch ein toller Auftritt.

Der kurze Abstecher zu The Intersphere, bevor es zur Bahn nach Hause ging, vermittelte einen richtig guten Eindruck von den Mannheimern, deren leicht 80s angehauchter Rocksound mir wirklich gut gefiel und die ich mir auf jeden Fall noch einmal in voller Länge anhören würde.

Das Amplifire Festival hat mit dem Auftakt am Freitag viel geboten und ich bin ein wenig traurig, dass wir leider nicht auch am Samstag da sein konnten. In jedem Fall würde ich mich sehr freuen, wenn es nicht bei diesem einen Mal bleibt und das Amplifire im nächsten Jahr zurückkehrt!

Der Samstagabend im Zeichen des Power Metal beim Elbriot-Festival

Auch der Samstag versprach bei bestem Wetter ein toller Festivaltag zu werden. Nachdem ich einige Tage vorher von einer Wespe in den Fuß gestochen wurde und das Tanzen am Vortag nicht ganz spurlos daran vorbeigegangen war, machte ich mich auch erst am frühen Nachmittag auf den Weg. Für mich war es das zweite Mal auf dem Elbriot, wo ich 2025 schon Papa Roach nach quasi Jahrzehnten wieder neu entdeckt hatte. In diesem Jahr stand schon früh Powerwolf als Headliner fest und damit war klar, dass ich dabei sein muss. Die Power Metal-Band habe ich letztes Jahr bei Rock im Park zum ersten Mal gesehen und war von Anfang an begeistert von ihrer Show. So fiel mir das Versprechen an einen Freund, dass wir sie uns in Hamburg zusammen angucken werden, nicht schwer.

Ich kam pünktlich zum Auftritt von Danko Jones am Gelände an. Die Konzerte der Kanadier haben wir in den letzten Jahren schon häufig besucht, zuletzt auf ihrer Tour Ende 2025 in London und Hamburg. Auch dieses Mal gefiel mir ihre energiegeladene Show sehr gut, ein passender Auftakt für den weiteren Abend.

Kurz vor 18 Uhr starteten dann Thy Art is Murder. Mit Hardrock und Metalcore kann ich in den meisten Fällen etwas anfangen, der Deathcore der Australier war mir dann aber doch eine Schippe zu viel. Ich stand am Rand des Moshpits, der sich direkt schon beim ersten Song bildete, und schaute mir das Treiben einige Songs lang an, bevor wir uns in der Gruppe weiter nach hinten stellten. Das Gelände am Großmarkt bietet dafür ausreichend Platz, unter anderem mit der neuen Beergarden-Stage in der Nähe des Eingangs. Hier trat zwischenzeitlich Mambo Kurt auf und mit einigen Foodtrucks und Sitzmöglichkeiten kann man diesen Bereich gut für eine kleine Pause nutzen.

Auch Savatage schauten wir uns anschließend entspannt aus der Mitte heraus an. Seit über vierzig Jahren stehen die US-Amerikaner schon auf der Bühne, eine beeindruckende Zeit. Ihr Sound klingt für mich sehr nach Classic Rock, eine Richtung, die ich mittlerweile auch gern höre. So war ihr Konzert, vor allem nach Thy Art is Murder, eine willkommene Abwechslung für meine Ohren.

Pünktlich um 20:40 Uhr folgte mit Powerwolf der Headliner des Abends. Die „heilige Heavy Metal-Messe“ der Power Metal-Band, die sich selbst nicht zu ernst nimmt, bot eine sehr unterhaltsame Show. Von Anfang bis Ende übertrug sich die Energie auf das Publikum und es entstand eine ausgelassene Feier-Stimmung. Untermalt vom kirchlich geprägten Bühnenbild lieferten sie wie erwartet ab und schlossen einen hervorragenden Festivaltag genau zur Lärmschutz-Sperrstunde um 22 Uhr ab.

Powerwolf Elbriot Festival 2026

Weitere Artikel und Ralphs Fotos & Berichte zum Amplifire Festival und zum Elbriot Festival findet ihr ebenfalls auf dem Blog – schaut rein!

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