Reload Festival 2026 – Sulingen – 13.-15.08.2026
Das „Welcome Home“ war bereits von weitem lesbar, als wir am Mittwoch auf den Campingplatz fuhren. Und das ist beim Reload Festival nicht einfach nur ein Spruch, sondern wird hier sprichwörtlich groß geschrieben. Die Fans kommen bei diesem Festival „nach Hause“ und es gibt zahlreiche Features, auf die sich alle jedes Jahr aufs Neue freuen. Dazu zählen auf dem Vorplatz das bekannte Kettenkarussell, aber genauso auf dem Campingplatz das Camp der Poolboys, die wieder mehrere Pools aufgestellt haben. Bei den Temperaturen wurde das dankbar von allen angenommen, die daran vorbeikamen. Auch das Camp Zur Goldenen Fliese und die Sulinger „Werkfeierwehr“ haben sich bereits am Mittwoch auf dem Campingplatz eingenistet und mit dem Feiern gestartet. Zum Reload Festival gehört ebenso der Festivaljoker, der vom ersten bis zum letzten Tag auf dem ganzen Festival von Campingplatz bis zum Moshpit zu finden war und dort sein schauriges „Unwesen“ getrieben hat. Aber natürlich hat er sich bereitwillig auch für jedes Foto zur Verfügung gestellt für die inzwischen nicht mehr so kleine Fangemeinde. Sogar eine kurze Fahrstunde mit dem Joker-Mobil war dieses Jahr für uns drin.
Das optimierte Anreisekonzept funktionierte in großen Teilen und auch wenn an manchen Stellen etwas längere Wartezeiten bei der Zuführung aufs Gelände in Kauf genommen werden mussten, verlief die Anreisewelle am Mittwoch insgesamt gut. Man merkt auch daran, dass die Veranstalter immer wieder Feedback aufnehmen und versuchen etwas zu optimieren.
Am MIttwoch Abend wurden auf dem Vorplatz bereits die ersten Bands für das Reload Festival 2027 bekanntgegeben. Mit dabei sind Electric Callboy, Heaven Shall Burn, Children of Bodom, Kanonenfieber, The Butcher Sisters, Jinjer,
Skidred, Hammerfall, Beast in Black, Igorrr, Clawfinger, Hypocrisy, Malevolence, Atreyu, Make Them
Suffer, Shadow of Intent, Emil Bulls, Humanity‘s Last Breath, Madball, Carnifex, The Browning, OXO 86,
Brand of Sacrifice, Bloodred Hourglass, Mittel Alta, Infected Rain, PeelingFlesh, Fulci, Calva Louise, Left to
Suffer und noch viele mehr, die noch bestätigt werden.
Reload Festival 2026: Tag 1 – Hardcore, Hitze und jede Menge Feuer
Bereits am Donnerstag wartete beim Reload Festival 2026 in Sulingen ein ordentlich gefülltes Programm. Bei Temperaturen um die 30 Grad wurde uns schnell klar, dass an diesem Wochenende nicht nur die Bands für schweißtreibende Momente sorgen würden.
Musikalisch bot der erste Festivaltag einen abwechslungsreichen Mix aus Hardcore und Metal bis hin zu klassischem Heavy Rock. Wir haben uns über den Tag verteilt zahlreiche Bands angesehen. Besonders im Gedächtnis geblieben sind dabei Stick To Your Guns, Terror, Lamb of God, Black Label Society und Arch Enemy. Wir blicken auf den ersten Tag zurück und beschreiben die Konzerte aus unserer Perspektive.

Schwedischer Metalcore mit Allt
Schon zur Mittagszeit trat die schwedische Metalcore Band Allt auf der Heist Plaza Stage auf. und hier hatte sich bereits eine beachtliche Menge an Fans für diesen frühen Slot versammelt. Vor der Bühne wurde wild gemosht während es auf der Bühne zwischen gefühlvollen und energiegeladenen Sounds hin und her ging. Songs wie „The Orphan Breed“, „Echoes“ und „Emanate“ zeigten dabei die ganze Bandbreite des modernen Progressive Metalcore. Der Auftritt wirkte dabei zu keiner Zeit wie ein Warm Up, sondern direkt wie ein Brett, dass die Messlatte hochlegt.
Galerie Allt
Self Deception lieferten ein wildes und buntes Set
Bei Self Desertion wurde es im Anschluss nochmal interessanter. Diese Band hatte ich im Vorfeld noch nie gehört, aber schaute sie mir aus Interesse an und sollte nicht enttäuscht werden. Self Deception waren nach Allt ein deutlicher Stilwechsel. Während Allt mit ihrer progressiven Härte eher düster und massiv wirkten, bringen Self Deception deutlich mehr Melodie und Rock-Appeal mit. Besonders Bassist Patrik Carlberg Hallgren fiel dabei mit seiner farbenprächtigen Art auf. Mit zwei verschiedenfarbigen Kontaktlinsen und interessanten Hüten, die für das Wetter viel zu warm wirkten, war er der Partytreiber auf der Bühne. Highlight des Auftritts war als er einen von der Band unterschriebenen Hut ins Publikum warf, der von einem glücklichen Fan in der ersten Reihe aufgefangen und stolz getragen wurde.
Gegen Ende des Sets kam er mit seiner Gitarre sogar ins Publikum und zettelte ein Circle Pit um sich herum an. Es war definitiv ein Set, dass in Erinnerung bleibt und Self Deception ist eine Band, die man sich gut angucken kann.
Galerie Self Deception
ZSK brachten den Punkrock-Pogo nach Sulingen
ZSK wirkten an diesem Tag im Lineup ein wenig wie der Ausreißer, denn klassischer Punkrock stand sonst nicht auf dem Programm. Dennoch war das Gelände vor der Heist Plaza Stage für den Auftritt am frühen Nachmittag bis hinten gefüllt. Der ehrliche und melodische Punkrock der Berliner Kombo, die auch die Initiative Kein Bock auf Nazis gegründet haben, überzeugte die Fans und es bildeten sich wilde Moshpits vor der Bühne. Dazu kamen Unmengen von Crowdsurfern und natürlich durften auch Rauchfackeln nicht fehlen. Die Band sang ihre Lieder wie Antifascista, Herz für die Sache und Punkverrat und alle sangen mit. Zum Ende des Sets ließ es sich Sänger Joshi nicht nehmen durchs Publikum bis zum FOH-Turm zu laufen und diesen hochzuklettern ,um von dort zu singen.
Es war ein schöner Auftritt, bei dem viel Schweiß im Moshpit gelassen wurde und zwischendurch wurden sogar noch Spenden für den guten Zweck gesammelt, als ein Schlauchboot auf die Menge gelassen wurde, in dem Becher gesammelt wurden, um das Pfand für Viva Con Agua zu verwenden.
Galerie ZSK
Stick To Your Guns trotzten der Hitze
Bei Stick To Your Guns zeigte das Thermometer heiße 30 Grad, aber das sollte an diesem Wochenende noch nicht das Ende des Thermometers sein. Eigentlich sind das Temperaturen, bei denen man sich möglichst wenig bewegen möchte. Das Publikum vor der Bühne sah das aber offensichtlich anders.
Schon früh waren Moshpits und zahlreiche Crowdsurfer unterwegs und eigentlich war ständig irgendwo Bewegung. Die Kalifornier machten es der Crowd allerdings auch leicht. Das Set bestand gefühlt fast ausschließlich aus Hymnen und entsprechend textsicher zeigte sich das Publikum. Bei Songs wie What choice did you give us? und Amber wurde es besonders laut.
Stick To Your Guns lieferten damit genau die Hardcore-Party, die man von der Band erwartet. Die Temperaturen spielten für die knapp 45 Minuten zumindest vor der Bühne keine große Rolle.
Galerie Stick To Your Guns
Terror: 40 Minuten Alarm vor der Bühne
Wer anschließend bei Terror auf etwas Erholung gehofft hatte, war offensichtlich bei der falschen Band gelandet.
Oldschool Hardcore ohne viel Schnickschnack ist seit Jahren das Erfolgsrezept der Band aus Los Angeles. Frontmann Scott Vogel hatte dabei wenig Mühe, die Crowd immer weiter anzustacheln. Die Stimmung vor der Bühne war von Beginn an aufgeheizt und gefühlt jeder, der noch etwas Energie übrig hatte, wollte diese jetzt loswerden.
Es wurde gemosht, gesprungen und vor allem gecrowdsurft. Teilweise kamen die Crowdsurfer fast ohne Pause im Graben an und sorgten auch bei der Security für ausreichend Beschäftigung.
Terror machten das, was Terror eben machen: keine große Inszenierung, sondern Hardcore direkt auf die Zwölf. Genau so sollte es sein.
Galerie Terror
Lamb of God setzten Sulingen in Brand
Deutlich größer wurde das Bühnenbild bei Lamb of God. Bereits die ersten Riffs machten klar, dass es jetzt eine ganze Ecke schwerer werden würde. Randy Blythe fegte von links nach rechts über die Bühne, während hinter und neben ihm regelmäßig die Flammen in die Höhe schossen. Die Pyrotechnik passte hervorragend zu dem wuchtigen Groove Metal der US-Amerikaner und sorgte besonders mit zunehmender Dunkelheit für beeindruckende Bilder.
Vor der Bühne wollte man der Show allerdings in nichts nachstehen. Neben zahlreichen Moshpits entstand ein gewaltiger Circle Pit, der immer größere Kreise zog und ordentlich Bewegung in die Menge brachte. Lamb of God lieferten an diesem Abend ein richtiges Brett ab. Sound, Bühnenpräsenz, Feuer und Publikum passten zusammen und machten den Auftritt zu einem unserer Highlights des Donnerstags.
Galerie Lamb of God
Setlist Lamb of God
Black Label Society: Gitarrenriffs und eine Verneigung vor Ozzy
Danach wurde es mit Black Label Society etwas klassischer. Im Mittelpunkt stand natürlich Zakk Wylde, der mit seinen mächtigen Gitarrenriffs und ausgedehnten Soli kaum Zweifel daran ließ, wer hier der Chef auf der Bühne ist. Zwischen all den harten Riffs gab es aber auch einen deutlich ruhigeren und emotionaleren Moment. Wylde widmete seinem langjährigen Weggefährten Ozzy Osbourne eine musikalische Hommage.
Die gemeinsame Geschichte der beiden reicht schließlich über Jahrzehnte zurück und entsprechend authentisch wirkte dieser Teil der Show. Ein schöner und emotionaler Moment an einem ansonsten ziemlich lauten Donnerstag. Danach wurden die Verstärker aber natürlich wieder aufgedreht.
Galerie Black Label Society
Setlist Black Label Society
Arch Enemy mit neuer Frontfrau und einem neuen Kapitel
Bei Arch Enemy richteten sich viele Augen und Ohren auf die neue Besetzung am Mikrofon. Entsprechend gespannt waren auch wir darauf, wie die neue Frontfrau live funktionieren würde. Die Antwort gab es ziemlich schnell: ausgesprochen gut.
Mit kraftvollen Growls und einer starken Bühnenpräsenz fügte sie sich problemlos in den Sound der Band ein. Dazu gab es die für Arch Enemy typischen melodischen Gitarrenläufe, ordentlich Doublebass und immer wieder harte Passagen.
Natürlich ist eine neue Stimme bei einer derart bekannten Band zunächst eine Umstellung. Statt jedoch eine Vorgängerin kopieren zu wollen, brachte die neue Frontfrau ihre eigene Energie mit.
Ein überzeugender Auftritt und vor allem ein interessanter Vorgeschmack darauf, wie sich Arch Enemy in dieser neuen Besetzung entwickeln werden.
Galerie Arch Enemy
Setlist Arch Enemy
Fazit zu Tag 1 beim Reload Festival 2026
Der Donnerstag legte die Messlatte für das restliche Reload Festival 2026 bereits ziemlich hoch. Die hier genannten Auftritte waren dabei nur ein Teil der Bands, die an diesem Tag gespielt haben. Der Top Auftritt des Tages kam dabei definitiv von Lamb Of God, aber auch Terror und Stick To Your Guns zählten zu unseren Highlights.
Nach reichlich Sonne, Moshpits, Crowdsurfern, Feuer und Gitarren war der erste Festivaltag geschafft. Und das Reload hatte gerade erst angefangen.
Galerie Fans & Atmosphäre
Weitere Berichte zum Reload Festival gibt es hier
Live-Musik ist meine Leidenschaft. Mit meinem Magazin Mach Mal Laut und meiner Kamera bin ich auf Konzerten und Festivals unterwegs, um besondere Momente einzufangen und Geschichten aus der Rock-, Punk-, Metal- und Hardcore-Szene zu erzählen. Ursprünglich komme ich aus der Lüneburger Heide, lebe aber seit vielen Jahren in Hamburg.












































































































































































