Reload Festival 2025 Tag 1 – Schweiß und Staub sind auch Sonnenschutz

Drei Tage lang verwandelte sich Sulingen wieder in den lautesten Acker Norddeutschlands. Das Reload Festival 2025 ist der 20. Geburtstag und dafür haben die Veranstalter jede Menge Band-Geschenke mitgebracht. Einige der Headliner haben bereits auf den größten Festivals dieses Sommers, unter Anderem beim Wacken Open Air gespielt. Darunter sind zum Beispiel Machine Head und Gojira. Aber auch das restliche Programm kann sich sehen lassen. Ich habe über das Festival, das Lineup und das Drumherum auch mit den Veranstaltern sprechen können. Das Interview kommt in einem eigenen Beitrag in Kürze. Die meteorologischen Voraussetzungen dieses Festival-Wochenendes waren jedoch deutlich besser als noch in den letzten Wochen in Deutschland. Der Sommer meldete sich zurück und das mit voller Kraft. Das passte sehr gut zu der familiären Partystimmung auf dem Campingplatz und auch auf der Festivalplaza. Die Besucher feierten sich selbst und auch die Mischung aus internationalen Metal- und Hardcore-Größen im Line-Up. Damit zeigte das Festival einmal mehr, warum es längst Kultstatus genießt.

Reload Festival 2025
Anreisefrust und Hitze

Die Anreise gestaltete sich für viele Fans in diesem Jahr sehr schwierig und viele zeigten sich frustriert über die langen Wartezeiten bei der Zufahrt auf den Campingplatz. Laut den Aussagen einiger Besucher musste man 3-5 Stunden ausharren, bis das Zelt aufgebaut und das erste kühle Getränk geöffnet werden konnte. Die Veranstalter kommunizierten offen hierzu und meldeten sich auf den offiziellen Kanälen bereits am Mittwoch Abend. Dabei gaben sie zu, dass sie ebenfalls nicht mit der Situation zufrieden sind, aber eine komplette Verkehrsachse zusammengebrochen ist und dadurch die langen Wartezeiten entstanden sind. Die offene Kommunikation durch die Veranstalter ist hier positiv hervorzuheben. Im Nachhinein wird es den Fans, die stundenlang gewartet haben nicht mehr helfen, aber der offene Umgang mit der Situation ist lobenswert und die Fans werden am Abend spätestens auf den jeweiligen Zeltplätzen angekommen sein. Dadurch war der Frust bei vielen sicher schnell vergessen.

Start mit Geballer

Der erste offizielle Festivaltag startete auf der kleineren Heist Plazastage mit Scythe Beats. Die Band aus Diepholz sind quasi Lokalhelden und überzeugten die kleine anwesende Menge mit einer Mischung aus Death- und Thrash-Metal. Aufgrund der sehr hohen Temperaturen kam hier jedoch noch nicht viel Bewegung vor der Bühne ins Spiel. Anschließend spielten Conjurer und animierten die Besucher zumindest zu ausgiebigem Headbangen, angeführt von Bassist Conor Marshall, der auf der Bühne seine langen Haare schwingen ließ. Annisokay rundeten das Start-Trio ab und zeigten mit feinstem Metalcore auf dem Reload Festival eine überzeugende Performance, die sie bereits auf dem Wacken Open Air zum Besten gaben.

Galerie – Scythe Beast
Galerie – Conjurer
Galerie – Annisokay

Dope, Adept und Kublai Khan entfachen einen Wirbelsturm

Im Gegensatz zum Wacken Open Air haben Dope beim Reload Festival 2025 gespielt und brachten die Menge unter Anderem mit Die Motherfucker Die zum Kochen. Sie betonten jedoch zu Beginn des Konzerts, das ihr Gitarrist aufgrund eines familiären Themas nach Hause reisen und daher den Rest der Tour nicht mitspielen konnte. Sie hatten sich jedoch bei Static-X einen passenden Ersatz organisiert, der das Set routiniert mit der Band absolvierte. Sänger Edsel Dope ist ebenfalls Sänger bei Static-X seitdem der ehemalige Sänger Wayne Static verstorben ist. Adept aus Schweden spielten eine kraftvolle Metalcore-Show, bei der der Staub nur so aufgewirbelt wurde. Sänger Robert Ljung erzählte zu Beginn noch, dass sie in den vergangenen 6 Jahren nur 6 Shows gespielt haben, da sich die Bandmitglieder mehr ihren Familien widmen wollten. Verlernt haben sie in dieser Zeit definitiv nichts, wie das wilde Moshpit bewies, das zu den Gitarrenriffs ausbrach. Kublai Khan aus Texas lieferten eine brachiale Hardcore-Show. Sänger Matt Honeycutt forderte mehrfach Circle Pits. Das hätte er gar nicht tun müssen, denn die Energie entlud sich schon von ganz alleine im Moshpit.

Galerie – Kublai Khan
Galerie – Dope
Galerie – Adept
Von Obituary bis Static-X reine Eskalation und endlich Schatten

Die Death Metal Veteranen von Obituary brachten mit wehenden langen Haaren und ausgiebigen Gitarrenläufen die Plazastage zum Beben. Manche Besucher sagten, dass ihnen die Lautstärke bei diesem Konzert insgesamt zu leise vorkam. Vor der Bühne wurde jedoch trotzdem hart mit dem Kopf genickt. Direkt im Anschluss verursachten Bleed from Within aus Schottland einen Feuersturm. Begleitet von einer intensiven Feuershow transportierten sie ihre kraftvollen Songs und das Publikum brachte den Boden nur so zum Stauben. Das Feuer hätte es bei der sengenden Hitze gar nicht gebraucht. Die Luft brannte auch so schon bei 34 Grad Celsius. Es war ein gelungener Auftritt und eins der Highlights am Freitag beim Reload Festival 2025.

Ungewöhnlicherweise spielten danach die Power-Metaller (auch Dwarven-Metaller) von Wind Rose danach nicht auf der großen Bühne, sondern auf der kleineren Plaza Stage. Der Platz war bis hinten gefüllt und überall sah man Menschen mit Zwergenverkleidungen oder aufblasbaren Spitzhacken. Natürlich warteten alle nur auf den Hit Diggy Diggy Hole, den sie am Ende des Sets spielten und der frenetisch mitgesungen wurde. Auf der großen Bühne hatten dafür Static-X mit ihrem Industrial Metal ein kleines Revival. Die band habe ich seit über 10 Jahren nicht mehr live spielen sehen. Seit dem tragischen Tod von Sänger Wayne Static in 2014 übernahm ein maskierter Sänger namens Xer0. Dabei handelt es sich um Edsel Dope, der auch bereits früher am Tag schon mit seiner eigenen Band aufgetreten ist. Die Verkleidung ist wirklich beeindruckend und erinnert an eine Art Cyborg mit leuchten Augen. Die Band spielte alle ihre alten Hits und das Publikum zeigte sich begeistert.

Galerie – Obituary
Galerie – Static X
Galerie – Bleed from Within
Galerie – Wind Rose
Trivium entfachen ein Riff-Gewitter über Sulingen

Der Headliner des Tages waren Trivium aus Florida, USA. Die Gruppe um Sänger Matthew Heafy bot eine mitreißende Performance voller Energie. Die Setlist war die Gleiche wie auf ihren letzten Shows. Sie führten die Fans durch ihre Klassiker: von „Like Light to Flies“ bis zu „The Heart From Your Hate“. Auch die kraftvollen Hymnen wie „A Gunshot to the Head of Trepidation“, „Capsizing the Sea“ und das epische „In Waves“ durften nicht fehlen. Besonders rastete die Menge aus, als die Band Master of Puppets von Metallica mitten im Set coverte. Die Szenerie war ebenfalls beeindruckend. Nachdem den ganzen Tag die Sonne brutal auf die Menge niederschien, zog am Abend ein kleines Gewitter auf, das auch noch stundenlang in der Ferne zu sehen war und neben der spekakulären Lichtshow auf der Bühne auch noch eine natürliche Lichtshow bot. Der Auftritt bewies, dass Trivium live nach wie vor zur Spitze des modernen Metal zählen. Sie benötigen neben Lichteffekten auch keine großen Effekte, um ihre Songs zu transportieren. Das machen die Songs schon von alleine. Ein würdiger Abschluss des ersten Festivaltages.

Trivium Setlist Reload Festival 2025

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