Reload Festival 2025 – Tag 2 bringt volle Metal-Power: Landmvrks, Gojira und Machine Head dominieren Sulingen

Reload Festival 2025

Der zweite Tag beim Reload Festival 2025 weckte uns schon relativ früh mit dem Soundcheck von Machine Head und Gojira, die später am Abend die Main Stage abreißen sollten. Wir ließen es an diesem Tag jedoch etwas ruhiger angehen, da wir am Vortag bereits ein ordentliches Programm hinter uns gebracht hatten. Erlebt nochmal die Highlights vom Freitag und schwelgt in Erinnerungen.

Die heißen Temperaturen hielten an und so freute man sich auch am Freitag über jede Abkühlung.

Reload Festival 2025
Schweißtreibender Start mit Metalcore vom Feinsten

Sie waren nicht die erste Band des Tages. Das Vergnügen hatte Mambo Kurt und durfte mit seiner Heavy-Metal-Orgel die Plaza Stage eröffnen. Da uns das noch zu früh war und wir noch in Ruhe frühstücken wollten, machten wir uns erst zum Auftritt von Our Promise auf den Weg zu den Bühnen. Die Band ist noch relativ jung. Sie wurde erst 2020 gegründet und hat in der kurzen Zeit eine beachtliche Fangemeinde versammelt. Das zeigte sich auch daran, wieviele Menschen zur Mittagszeit bei brüllender Hitze schon vor der Bühne waren. Die Band startete mit dem 2024 erschienen FiftyFive und beendete das Set mit dem Hit Panic Waves. Immer wieder brachen riesige Circle Pits aus. Mir war schon nur vom Fotografieren so warm, das mir der Schweiß sichtbar an den Beinen runterlief. Die Band aus Stuttgart überzeugt mit ihrem Mix aus Metalcore, Hardcore und Clean Parts und man darf gespannt sein, was sie in den nächsten Jahren raushauen

Galerie – Our Promise

Direkt im Anschluss wechselten wir zur Hauptbühne. Dort spielten Breakdown of Sanity. Ein Auftritt, der im Vorfeld mit gespannter Erwartung verbunden war, da die Band kürzlich im Mai 2025 mit Kivi einen neuen Sänger vorgestellt hatte. Nach dem kurzfristigen Ausfall von Counterparts und Dropout Kings sprang Breakdown of Sanity als Ersatz ein und sorgte mit ihrem energiegeladenen, technisch beeindruckenden Metalcore-Set für Begeisterung – nicht zuletzt, da viele Fans unsicher waren, wie die Performance nach den Line-up-Veränderungen ausfallen würde. Doch die Band bewies schnell, das sie nichts an ihrer Härte und ihrem Stil eingebüßt hat. Wenn man etwas kritisieren wollen würde, dann wäre es nur, dass die gewohnten Bass Drops bei diesem Konzert sehr leise ausfielen. Der Auftritt markierte einen gelungenen Neustart für die Band und macht Hoffnung auf mehr Musik.

Galerie – Breakdown of Sanity

Göteborg Death Metal mit feinen Melodien und krachendem Gesang

Unser nächster Programmpunkt war The Halo Effect. Den Auftritt der Band habe ich schon sehnsüchtig erwartet, nachdem ich sie im Januar bereits in Hamburg live erlebt habe und Sänger Mikael Stanne zuletzt im Mai noch mit Dark Tranquillity im Gruenspan gesehen habe. Die schwedische Melodic‑Death‑Metal‑Supergroup, die komplett aus ehemaligen Mitgliedern der Band In Flames besteht, präsentierte live ihre besten Hits wie “Shadowminds”, “Days Of The Lost” und “Conditional”, und füllte die Bühne mit beeindruckender Energie und technischem Feingefühl. Insbesondere der gefühlvolle und gleichzeitig kratzige Gesang von Sänger Mikael Stanne ist sehr interessant und reißt spätestens bei Shadowminds jeden mit. Ihre Performance verwandelte den Nachmittag in ein intensives Erlebnis voller starker Riffs und mitreißender Melodien.

Galerie – The Halo Effect

Landmvrks – Crowdsurfing-Highway bringt die Security zum Schwitzen

Bei den französischen Durchstarten, die ich auch schon zuvor auf dem Hurricane und dem Vainstream, sowie beim Wacken hab spielen sehen, stellt sich immer noch keine Tourmüdigkeit ein. Die Band lieferte auf jedem Festival einen kompletten Abriss. Und scheinbar wird die Fangemeinde auch immer größer. Die Anzahl der Besucher, die sich das Spektakel nicht entgehen lassen wollen, ist jedes Mal hoch und das war auch beim Reload Festival 2025 keine Ausnahme. Die Band zog die bis dahin größte Menge an Besuchern an und stellte fast die Headliner in Sachen Besucherzahl in den Schatten. In jedem Fall war es beachtlich für einen Auftritt am Nachmittag. Die Band eröffnete das Set mit dem Kracher Creature. Beim Hit Sulfur ging es besonders heftig ab und auch ich konnte mir das Headbangen nicht verkneifen. Aufpassen musste ich allerdings als Sänger Flo Salfati die Menge zum Crowdsurfern aufforderte und plötzlich eine Art Highway für Crowdsurfer entstand. Sie kamen von überall und ich musste mit der Kamera mittendrin aufpassen, das nichts passierte und dabei die Leute weitertragen. Es war stressig, aber es hat auch sehr viel Spaß gemacht. Ich habe mir sagen lassen, dass die Security einen deutlich stressigeren Job hatte und circa 500 Personen runtergehoben hat. Beim Song Suffocate stand Sänger Flo am Anfang alleine auf der Bühne und performte diesen mit der Akustikgitarre. Ein sehr emotionaler Moment bevor es mit Lost in a Wave direkt brachial weiterging. Am Ende spielte die Band wie zuletzt immer den Song Self Made Black Hole und auch hier machten sich wieder Massen von Crowdsurfern auf den Weg. Das Konzert war ein echtes Highlight am Nachmittag.

Galerie – Landmvkrs

Alte Helden, die es immer noch drauf haben

Später brachten die Industrial-Metal-Veteranen von Ministry zum ersten Mal in Sulingen ihr kompromissloses Schaffen auf die Bühnen des Reload Festivals und verwandelte das Gelände in einen regelrechten „Metal-Tempel“ – mit markanten Gitarrenriffs, treibenden elektronischen Elementen und sozialkritischen Texten, die tief unter die Haut gingen. Die US-Legenden um Frontmann Al Jourgensen brachten mit ihrem unverkennbaren Mix aus brachialen Gitarrenriffs, wuchtigen Industrial-Beats und bissigen politischen Botschaften ein Stück Musikgeschichte ins beschauliche Niedersachsen. Bereits beim Opener wurde klar, dass sie seit den 80ern nichts an Radikalität und Energie eingebüßt haben – im Gegenteil: Die gnadenlosen Rhythmen und wummernden Bässe ließen die Menge in Bewegung geraten, während Jourgensen mit seiner markanten Stimme und seiner kompromisslosen Bühnenpräsenz die Zuschauer fest im Griff hatte. Klassiker wie „Just One Fix“ oder „N.W.O.“ trafen auf neuere Tracks, die deutlich machten, dass Ministry nicht nur eine Kultband der Vergangenheit sind, sondern auch heute noch mitreißend und relevant wirken. Die düstere, industrielle Klangwand hob sich deutlich von den übrigen Metal- und Hardcore-Acts im Line-up ab und machte den Gig zu einem besonderen Erlebnis. Vor allem der Mix aus sehr jungen und sehr alten Fans war sehr interessant. Während des Sets gingen einige Kinder auch noch Crowdsurfen und wurden von der Security dabei unterstützt. Ein Erlebnis, das sie sicher nicht so schnell vergessen werden.

Galerie – Ministry

Gojira – Doppelpedal, Whales und purer Metal

Gojira spielten auf dem Reload Festival 2025 am Freitagabend als Co-Headliner vor Machine Head – und lieferten eine Show, die in Sachen Intensität und Präzision kaum zu übertreffen war. Gleich zu Beginn mit „Only Pain“ und „Backbone“ zeigten die Franzosen, warum sie zu den wichtigsten modernen Metal-Bands zählen: wuchtige Riffs, komplexe Rhythmen und diese unverwechselbare Mischung aus brachialer Härte und atmosphärischen Momenten. Der Bühnenaufbau durch den die Bandmitglieder noch auf eine höhere Ebene zum Drummer gehen konnte und die eine Beleuchtung in Form eines Rings um die Band erzeugte, wirkte magisch. Songs wie „Flying Whales“ und „Stranded“ rissen die Menge mit, während „Mea Culpa“, das die Band zur Eröffnung der Olympischen Spiele in Paris spielte , die Moshpits endgültig zum Kochen brachte. Für ein besonderes Highlight sorgte Drummer Mario Duplantier, der vor einem Song ein Schild mit der Aufschrift „Wollt ihr mehr Doppelpedal?“ in die Höhe hielt – die Antwort der Menge war ein ohrenbetäubendes Ja, das sich im folgenden Blastbeat-Gewitter widerspiegelte. Beim Song „Another World“ zeigten sie auf den Leinwänden einen animierten Kurzfilm darüber, wie sie auf einen anderen Planeten reisen. Eine sehr immersive Darstellung, die sich gut mit dem Song ergänzte. In der Zugabe durfte dann natürlich L’enfant sauvage nicht fehlen.

Gojira Setlist Reload Festival 2025

Galerie – Gojira

Machine Head feiern Reload-Premiere mit Sepultura-Cover

Zum allerersten Mal standen Machine Head auf der Bühne des Reload Festivals – und sie machten den Headliner-Slot am Freitagabend zu einem Highlight des Festivals. Die Band um Sänger Robb Flynn präsentierte ein im Vergleich zum Wacken-Auftritt etwas längeres Set, das mit Klassikern, neuem Material und einem besonderen Highlight überzeugte. Für ein Cover des Songs „Territory“ von Sepultura holte die Band Sänger Joe Duplantier von Gojira zur gemeinsamen Performance auf die Bühne, sehr zur Begeisterung des Publikums. Flynn erzählte, dass Gojira ihn bei einer Show in Athen auf die Bühne holten um zusammen einen Sepultura-Song zu spielen. Diesmal erwiderten Sie den Gefallen. Der Machine-Head-Sänger mit dem Geschmack für Bier feuerte die Menge immer wieder mit einem lauten Prost! an. Er selbst sorgte wie gewohnt für humorvolle Interaktionen, als er Becher mit Bier weit ins Publikum warf – von vieren konnte jedoch nur einer gefangen werden, was er bei jedem Fehlwurf bzw. verfehlten Fang mit einem lauten „So Close!“ kommentierte. Zum Abschluss des Sets beim Song Halo gab es ein krachendes Feuerwerk um die Bühne herum. Ein perfekter Abschluss des zweiten Tages.

Machine Head Setlist Reload Festival, Europe Summer 2025

Galerie – Machine Head

Fazit

Das Reload Festival 2025 war eine wahre Freude mitten im Sommer und ein echtes Sommer-Festival, nachdem soviele davor von Regen geplagt waren in diesem Jahr. Mir gefällt hier der Mix aus dem freundlichen Publikum, das sich irgendwo zwischen Wacken und With Full Force bewegt. Das Gelände ist überschaubar und auch wenn es in diesem Jahr Probleme bei der Anreise gab, mich hat enorm beeindruckt wieviel die Organisatoren kommunizieren und wieviel ihnen dabei auch an der Einbindung der Fans liegt. Auch hinter den Kulissen herrschte ein freundschaftlicher, fast schon familiärer Vibe. Leider konnte ich dieses Jahr aufgrund eines privaten Termins den letzten Tag nicht mehr dabei sein, aber ich freue mich darauf im nächsten Jahr wieder vor Ort zu sein und die Stimmung für euch aufzunehmen. Freut euch auch noch auf ein Interview mit den Veranstaltern Andre und Maik, das ich am Freitag führen durfte und das in Kürze in einem eigenen Beitrag veröffentlicht wird.

Der Vorverkauf für 2026 läuft auf Hochtouren und inzwischen sind bereits 50% der Tickets für die nächste Ausgabe vergriffen. Der Kurs steht stark auf Ausverkauf und wer dabei sein möchte, sollte sich bald entscheiden. Tickets gibt es unter https://reload-festival.de/tickets

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