Mit voller Wucht und einem mächtigen Paket an Supports machten Landmvrks am 18.12.2025 Halt in der Inselparkhalle in Hamburg. Mit Split Chain, Pain of Truth, Underoath war der Abend eine Reise durch verschiedene Genres im Core-Bereich, von Post-Hardcore über klassischen Beatdown-Hardcore zu Screamo-Core. Was als moderner Metalcore-Abend angekündigt war, entwickelte sich schnell zu einer intensiven Reise durch die verschiedenen Genres, der die Spannung auf das explosive Headliner-Set der Franzosen steigen ließ. Die Halle war etwa zu 2/3 gefüllt, da eine Tribüne gänzlich abgesperrt war. Es war jedoch schon ein merkbarer Sprung für die Band aus Marseille, die zuletzt als Headliner in Clubs wie der Großen Freiheit 36 gespielt haben und jetzt in kurzer Zeit bereits die großen Hallen anfangen zu füllen.Diee Stimmung war von Beginn an energiegeladen und das Publikum inklusive mir war merklich heiß auf diese Show.
Split Chain – Düsterer Einstieg mit Druck
Den Auftakt des Abends übernahmen Split Chain, die mit ihrem düsteren, modernen Metal-Sound direkt ein klares Ausrufezeichen setzten. Das Bühnenbild waren zwei alte Röhrenfernseher, die links und rechts aufgebaut waren und an alte Zeiten an der Spielekonsole erinnerten. Darauf, sowie auf dem LED-Hintergrund auf der Bühne wurde das, um sich selbst rotierende Logo der Band gezeigt. Die Band begann mit düsteren Tönen, erzeugte aber schnell richtig Druck. Leider gab es anfangs mit dem Ton noch etwas Probleme, wodurch der Sound etwas schwammig klang. Erst gegen Ende des Sets war der Sound besser und entfaltete das ganze Potenzial der Band. Trotz der frühen Slot-Zeit schaffte es die Band, die Inselparkhalle schnell auf Betriebstemperatur zu bringen. Die ersten Moshpits ließen nicht lange auf sich warten. Es wurde geheadbangt und geschubst. Insgesamt war es ein starker Einstieg in den Abend, der Lust auf mehr machte.
Pain of Truth – Hardcore ohne Kompromisse
Mit Pain of Truth wurde es anschließend noch eine Spur roher. Die New Yorker Hardcore-Band brachte genau das auf die Bühne, was man von ihnen erwartet: kurze, aggressive Songs, Beatdown Moshpits und klare Kante. Die Energie vor der Bühne nahm spürbar zu, Moshpits wurden größer und die Crowd feierte den kompromisslosen Sound. Sänger Michael Smith lief auf der Bühne hin und her, sprang und moshte für sich. Er forderte das Publikum auch immer wieder auf, noch mehr zu geben und die Moshpits noch härter zu machen. Das Publikum ließ sich das nicht zwei mal sagen und im Moshpit flogen die Menschen hin und her und wie bei Beatdown-Shows üblich wurde kompromisslos gemocht. Pain of Truth bewiesen eindrucksvoll, warum sie aktuell zu den spannendsten Hardcore-Acts zählen und man sollte die Band zukünftig beobachten. Ich werde darauf achten, wann sie wieder in Hamburg spielen. Es lohnt sich!
Underoath – Emotionen und Klassiker
Underoath sorgten für einen leichten Stimmungswechsel – ohne dabei an Intensität zu verlieren. Zwischen emotionalen Passagen, wuchtigen Metalcore-Momenten und Klassikern aus ihrer langen Bandgeschichte zeigte die Band, warum sie für viele Fans bis heute einen besonderen Stellenwert hat. Die Reaktionen im Publikum waren entsprechend lautstark, besonders bei älteren Songs, wie A Boy Brushed Red Living In Black And White. Es war ein Set, das sowohl Nostalgie als auch moderne Härte vereinte und die perfekte Einstimmung auf das, was danach folgen sollte.
Fotos Underoath
Setlist underoath
Landmvrks – Abriss als Headliner
Als Landmvrks schließlich die Bühne betraten, gab es kein Halten mehr. Vor dem ersten Song The Darkest Place I’ve ever been vom genauso benannten aktuellen Album, das in 2025 erschienen ist, hing ein weißer Vorhang vor der Bühne, der nach den ersten Klängen viel und ab da gab es nur eine Richtung: Nach vorn. Frontmann Florent Salfati überzeugte mit einer beeindruckenden stimmlichen Bandbreite, während die Band instrumental auf höchstem Niveau ablieferte. Auch der zweite Song Creature, bei dem der Sänger am Anfang einen Rap-Part auf Französisch hat und dann in einen brachialen Metalcore-Hit übergeht lieferte die Band ab. In der Mitte der Halle bildete sich ein riesiges Moshpit und es dauerte nicht lange bis die ersten Crowdsurfer auf die Menge kletterten. Sänger Flo animierte die Menge zusätzlich und forderte noch mehr Crowdsurfer. Das ließen sie sich nicht zweimal sagen.
Leider hatte die Band im Gegensatz zu anderen Terminen auf der Tour keine Feuer-Fontänen mit dabei. Das schadete der Stimmung jedoch gar nicht. Die Band hatte aus neuen Songs und alten Hits eine kraftvolle Setlist zusammengestellt und das Publikum feierte auch ohne Feuer. Konfettikanonen gab es dann aber doch bei Blistering und Self-Made Black Hole.
Zwischendurch lief der Song Sombre 16 vom Band während Florent Salfati auf der Bühne mit Graffiti ein V auf eine Leinwand sprühte. Das V ist dem Bandlogo entnommen und steht symbolhaft für Landmvrks. Am Anfang der Zugabe performte Drummer Kevin D’agostino ein Drumsolo während die Bühne in den französischen Nationalfarben blau, weiß und rot aufleuchtete. Der Sound dazu war ein Mix aus Daft Punk und Linkin Park und machte zusätzlich Lust auf die letzten drei Songs. Auch der Abschluss des Konzerts war kraftvoll. Man hatte nicht den Eindruck, dass die Band zum Ende hin müde wurde. Da sie den gesamten Sommer auf fast allen Festivals gespielt haben, ist das jedoch auch nicht anzunehmen. Aktuell gehören sie zu den gefragtesten Metalcore-Bands und mischen das Genre mit ihrem speziellen Mix auf. Auch mit Linkin Park werden sie inzwischen öfter verglichen und je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr sehe ich Parallelen zwischen den beiden Bands. Man darf gespannt sein, wohin die Reise in den nächsten Jahren für Landmvrks gehen wird. Sicher ist, dass sie weiter wachsen werden und größere Hallen füllen werden.
Fotos Landmvrks
Setlist Landmvrks
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