
Es war der gefühlt erste richtige Sommertag des Jahres. Bei 25 Grad in Hamburg ließ es sich gut aushalten und passend zum Weltfischbrötchentag waren auf dem Spielbudenplatz an der Reeperbahn verschiedene Foodtrucks und Bars aufgebaut, bei denen man es sich gut gehen lassen konnte. Währenddessen wurde es auch unterirdisch im Bahnhof Pauli heiß. Die britische Punkrock Band Grade 2 machte im Rahmen ihrer Tour zum neuen Album Talk about it in Hamburg halt. Als lokalen Support hatten sie die Hamburger Punks von Sempf dabei, die den Laden zuerst anheizen durften.
Rotziger Punkrock mit Sempf
Der Abend begann direkt mit ordentlich Druck. Auch wenn es noch nicht direkt voll war vor der Bühne. Die vier Lokalhelden um Sänger Max Hövel legten direkt sportlich los. Der erste Song Avanti Popolo wirkte noch etwas nervös, aber das war schnell verflogen und die Band neben ihrer direkten Fangemeinde auch weitere Besucher von sich überzeugen. Ohne große Umwege ging es straight nach vorne. Der rotzige Sound, die treibenden Riffs und diese gewisse Punkrock-Attitüde auf der Bühne machten den Auftritt zu einem Erlebnis, das perfekt als Support zu Grade 2 passte. Nach wenigen Songs waren Publikum und Band auf der selben Wellenlänge. Bassist Tjorre Feldmann setzte immer wieder zu spektakulären Sprüngen an und ließ es sich auch nicht nehmen von der Bühne ins Publikum zu springen, um mit dem Publikum zu feiern.

Sempf nutzten die kurze Zeit, die sie für ihr Set von ca. 30 Minuten hatten, konsequent, um die Menge abzuholen und haben nach dem diesem Abend sicher ein paar Fans mehr. Die Band ist schon am 30.05.2026 wieder zu sehen. Sie spielen im Betty (ehemals Headcrash) auf dem Hamburger Berg eine Release Show zur Veröffentlichung ihrer neuen EP.
Grade 2 bringen den Saal zu Kochen
Lange mussten die Fans nach dem Support durch Sempf nicht warten. Die Bühne wurde schnell umgebaut und die drei Jungs von der Isle of Wright betraten die Bühne. Es war die Tour zu ihrem neuen Album Talk about it und deswegen ging das Set natürlich mit einem neuen Song los. Als die ersten Töne von Standing in the Downpour erklangen, ging es vor der Bühne direkt los mit einem echten Punkrock-Moshpit – wild aber trotzdem freundlich. Sänger und Bassist Sid Ryan gab den Takt vor und Gitarrist Jack Chatfield setzte die Akzente mit seinem Gitarrenspiel. Jack fiel auch immer wieder mit wilden Kicks und Sprüngen auf. Schlagzeuger Jacob Hull komplettierte das musikalische Bild mit seinen beeindruckenden Drum Fills.

Die Band versprühte eine wahnsinnige Energie und bestätigte das Bild, das ich schon von früheren Auftritten, z.B. beim Vainstream Rockfest 2025 gesammelt habe. Es war eine tolle Show auch zum Fotografieren. Es wurde richtig heiß im Kellergewölbe des Bahnhof. Pauli im Klubhaus St. Pauli auf dem Hamburger Kiez. Aber auch ernste Töne schlug Sid Ryan während des Sets an. Zwischen den Songs erwähnte er, dass es bei dem Albumtitel Talk about it vor allem darum geht, das jeder Mensch Probleme hat, aber es immer Personen gibt, die jemandem zuhören und deswegen über Probleme gesprochen werden sollten, genauso, wie der Titelsong des Albums benannt ist.
Doch nicht nur das neue Album wurde gefeiert. Gleich beim zweiten Song ging die Band zu einem ihrer Klassiker: Pubwatch. Das gesamte Set war durchzogen von den Songs, die die Band schon länger ausmachen und die die Fans mitsingen können. Und das taten sie auch. Eine Zugabe mit Verlassen der Bühne gab es nicht. Stattdessen zog die Band konsequent durch bis zum Schluss. Leider ging der Abend viel zu schnell vorbei, aber es war eine tolle Show einer weiterhin aufstrebenden Band, die noch viele begeistern wird. Doch Fans müssen nicht lange warten. Bereits im Juli ist die Band auf dem Ruhrpott Rodeo in Hünxe wieder zu sehen.







































