Die kanadische Band Danko Jones war im Rahmen ihrer Is What You Need Tour in der Markthalle in Hamburg zu Gast. Doch das wird das einzige Konzert in der Hansestadt auf der Tour bleiben. Die Show in der Markthalle wurde als Zusatzshow angesetzt, nachdem die Show im Docks am 13.12. in kürzester Zeit ausverkauft war. Und auch an diesem Abend war der Konzertsaal bis auf den letzten Platz gefüllt. Die besten Voraussetzungen für einen Abend mit echtem und ehrlichem Rock’n’Roll.
Tuk Smith & The Restless Hearts stahlen die Herzen der Fans
Bevor es jedoch mit Danko Jones losging, durften Tuk Smith & The Restless Hearts die Bühne rocken. Ich hatte vor diesem Konzert noch nie von ihnen gehört. Als Band sind sie auch erst seit 2020 aktiv. Die einzelnen Bandmitglieder und auch Tuk Smith selbst sind jedoch schon viel länger im Musikgeschäft unterwegs. Es war für die Kombo aus den USA das erste Mal, dass sie in Hamburg gespielt haben und es wirkte so, als würde es ihnen gefallen.
Die Band spielt einen Sound, der an die großen Classic Rock Bands erinnert, wie z.B. Aerosmith. Ein Besucher, mit dem ich mich während der Show unterhielt sagte mir, in Teilen erinnert ihn die Band sogar an Bon Jovi. Die Classic Rock Einflüsse sind jedenfalls deutlich zu erkennen. Der Sound erinnerte mich auch an Bands wie The Hellacopters oder auch teilweise Greta Van Fleet.Live machten sie eine richtig gute Show und hatten in ihren Songs einen Groove, der einen direkt mitnahm. Besonders gut gefallen haben mir die Songs Renegade und auch Wild Ones zum Abschluss des Sets. Ich kann sehr empfehlen diese Band im Auge zu behalten und wenn sie in der Nähe sind, eine Show zu besuchen.
Nach der Show hatte ich die Gelegenheit am Merchandise-Stand mit der Band zu sprechen. Bei ein paar kalten Getränken ergaben sich dort immer wieder interessante Gespräche zwischen Fans und Band. Sie freuen sich schon sehr auf die zweite Show in Hamburg, da sie danach auch erstmal ein paar Tage frei haben und sich die Gegend etwas besser ansehen können, als während der Tour. Außerdem erzählten sie mir, dass sie große Beatles-Fans sind und unbedingt die Reeperbahn und die Plätze an denen die Beatles aufgetreten sind, erkunden wollen, wie den ehemaligen Star-Club.
Setlist Tuk Smith & The Restless Hearts
Fotos Tuk Smith & The Restless Hearts
Danko Jones mit einer 6/10 Show
Zumindest wenn es nach Sänger Danko Jones geht war die Show eine 6/10. In der Mitte vom Set fragte er das Publikum, ob sie die Show genießen, was mit einem lauten kollektiven Gröhlen bestätigt wurde. Danach fragte er ob das Publikum eine 10/10 Show haben wollte, was ebenfalls bestätigt wurde. Er schloss an, dass er das Publikum leider enttäuschen müsste, denn die Show wäre maximal eine 6/10, weil nicht alles rund läuft und sie diverse technische Schwierigkeiten während der Show hatten. Doch dafür sei es eben eine ehrliche Rock’n’Roll-Show ohne Backup-Gesang und elektronische Spielereien – eben alles handgemacht. Das es Schwierigkeiten gab fiel im Publikum jedoch kaum auf, denn die Band lieferte wie üblich eine starke Show ab. Es waren eher Ton-Probleme auf den Monitor-Boxen, die die Band selbst beeinträchtigten, aber nicht beim Publikum ankamen.
Die Band eröffnete das Set mit den Songs What You Need und Diamond In The Rough vom erst diesen Monat erschienenen Album Leo Rising. Das Album ist bereits das 12. Album der Band. Sänger Danko sagte zwischendurch, dass die meisten Bands Album Nummer 12 gar nicht erreichen würden. Aber das größte Problem wäre, dass die meisten Fans Album Nummer 11 (Electric Soungs) bereits vergessen hätten. Das war sicherlich überspitzt, aber um sicherzugehen spielten sie auch Good Time und Get High? während des Sets. Besonders laut wurde es bei Code Of The Road als der ganze Raum mitsang. Rich Knox gab an den Drums alles und auch Bassist John Calabrese rockte an seiner Gitarre und interagierte immer wieder mit dem Publikum, animierte sie zum Klatschen oder tanzte auf der Bühne umher.
Der Anblick, wenn die Markthalle ausverkauft ist ist immer wieder faszinierend. Es wirkt fast wie ein Amphitheater durch den stufenhaften Aufbau des Raumes. Das letzte Mal, dass die Band in dieser Location gespielt hat war 2022. Es kam mir viel länger her vor, aber ich bin froh, das die Band auf der Tour den zweiten Termin in Hamburg in diesem geschichtsträchtigen Raum gespielt hat.
Zur Zugabe ging die Band kurz von der Bühne. Das Publikum forderte wie üblich noch mehr und die Band ließ nicht lange auf sich warten. Einige Fans riefen Songwünsche aus dem Publikum. Sänger Danko reagierte auch direkt darauf, meinte aber (im Spaß) das es keine Wunsch-Show ist und die Band sich eine ausgefeilte Setlist überlegt hat, die feststeht. Sie spielten noch 3 Songs, die einen Mix aus allen Epochen der Diskographie enthielt. Mit Guess Who’s Back ging es nochmal zum Album Electric Soungs, gefolgt von dem Klassiker Lovercall vom Album Born A Lion (2002). Die Bass-Line bei diesem Song ist unverkennbar und jeder Danko-Jones-Fan kennt diesen Song. Zum Abschluss spielten Sie My Little RnR vom Album Wildcat (2017) und schickten die Fans glücklich nach Hause. Einige (mich eingeschlossen) werden sicher beim zweiten Auftritt in Hamburg ebenfalls dabei sein. Davor geht es für mich jedoch noch zum Auftritt von London im The Underworld, auf den ich schon sehr gespannt bin. Es weckt Erinnerungen an die Show im The Rock Cafe in Hamburg vor sehr langer Zeit. Auch über die Show in London werde ich berichten.


