Hurricane 2026 – Carries Festival-Kommentar

Das Hurricane Festival 2026 ruft! Nicht weit von zuhause und unserer alten Heimat entfernt ist das Event im Juni fast schon ein Pflichttermin, um tolle Konzerte und viele bekannte Gesichter zu sehen. Vom Wetter her haben wir hier in den letzten 10 Jahren schon alles mitgemacht, von Hitze und Sonnenschein über kurze Schauer bis zu Unwettern und Festivalabbruch. „Durchschnittliches“ (Sommer-)Wetter gibt es hier selten. Die hohen Temperaturen in diesem Jahr überraschten uns daher nicht.

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Neu war für uns die Möglichkeit, für Mach Mal Laut! direkt im Bühnengraben Fotos machen zu dürfen und einen kleinen Blick hinter die Kulissen zu bekommen. Die Arbeit, die hinter jedem Auftritt steckt, was den Bühnenaufbau, die Künstlerbetreuung, aber auch die gesamte Festival-Orga, Feuerwehr und natürlich die medizinische Betreuung durch die Sani-Teams betrifft, erfordert den für Besucher*innen häufig gar nicht so sichtbaren Einsatz vieler Personen, der sich eher im Hintergrund abspielt. Die Wege, die auch wir hinter den Bühnen nutzen konnten, machten die Bühnenwechsel für uns etwas einfacher. Dazu haben das Kennenlernen und der Austausch mit den anderen Fotograf*innen richtig viel Spaß gemacht.

Jetzt aber zu den Konzerten 🙂

Tag 1 – ein guter Start und etwas zu viel Sonne

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Tag 1 startete für mich mit einem kurzen Vorbeischauen beim #HurricaneSwimTeam. Bei Am sichersten seid ihr im Auto wurden Erinnerungen an das wohl aufregendste Hurricane 2016 mit dem damaligen Samstagsabbruch wach.  Danach sahen wir uns Grandson an. Der doch eher experimentelle Sound des kanadisch-amerikanischen Sängers, den ich vorher noch nicht kannte, war tatsächlich nicht ganz so mein Ding, hat aber auch zu der noch recht frühen Uhrzeit viele Fans begeistert. Parallel spielte The Ataris auf der Mountain Stage, zu denen wir dann wechselten und noch die letzten Songs mitbekamen. Auch sie waren mir neu, aber ihre entspannte Rock-Show machte sofort Lust zu tanzen und zu feiern.

Nach einer kurzen Pause legten Basement nach. Im Schatten der Getränkebude im ersten Wellenbrecher war es auch bei den hohen Temperaturen gut auszuhalten. Die Musik der Ipswicher Band passte für mich gut in die chillige Nachmittagsstimmung.

Anschließend ging es zu den Donots, die wie immer eine super Show lieferten und mit viel Energie und einer riesigen Schaumkanone das Publikum begeisterten. Mir machte die Sonne langsam leider ziemlich zu schaffen, sodass ich das Konzert aus dem Schatten weiter hinten verfolgte. Als letztes schaute ich noch für einige Songs bei Bosse auf der River Stage vorbei. Mit teilweiser Unterstützung der Hansemädchen war auch sein Auftritt ein toller Festival-Moment. Auf dem Weg zum Auto konnte ich dann noch ein paar Songs von The Offspring verfolgen und beendete damit den ersten Tag.

Tag 2 – Neuentdeckungen, Altbekanntes und mein erster „Konzert-Allein-Moment“ des Festivals

Am zweiten Tag starteten wir in der Mittagssonne mit den Destroy Boys. Sie boten dem Publikum eine gute Show und ihre Kritik an der US-Regierung wurde bejubelt. Auf der Wild Coast Stage schauten wir dann bei Yonaka vorbei. Trotz der doch recht stickigen Luft im Zelt haben mich die Bühnenenergie und ihr Genre-Mix wirklich positiv begeistert.

Schnell ging es zurück zur Hauptbühne, wo die Pop-Punk-Band All Time Low übernahm, für mich eine der Neuentdeckungen dieses Tages. Tatsächlich stellte ich im Laufe ihrer Show fest, dass ich mit Dear Maria, Count Me In immerhin schon einen Song von ihnen kannte. Im zweiten Wellenbrecher hatten wir hinten in der Mitte viel Platz zum Tanzen und es war ein tolles Konzert, das mich ein wenig an die Musik in meiner Jugendzeit erinnerte. Eigentlich stand dann für mich Natasha Bedingfield, die parallel auf der River Stage auftrat, auf dem Plan. Allerdings überzeugte mich der Vibe von All Time Low komplett, sodass ich bis zum Ende blieb und mich anschließend erst einmal für eine Pause im Schatten entschied.

Weiter ging es um 17:45 Uhr mit KAFFKIEZ, deren Song Frei ich vor einigen Jahren in einer Playlist entdeckte, die ich aber noch nicht live gesehen hatte. Die Stimmung war von Anfang super und das Tanzen in der langsam untergehenden Sonne prägte für mich einen dieser Bilderbuch-Festivalmomente, an den ich immer wieder gern zurückdenke. Zurück vor der Forest Stage hörte ich noch kurz in das Konzert von Nothing but Thieves rein, das mich jedoch nicht so ganz mitreißen konnte. Vielleicht lag es aber auch an der Hitze, die Sonne gab wirklich alles an diesem Festivalsamstag.

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Wir nutzten die Zeit bis zur ersten Headliner-Show des Abends erst einmal zum Essen und etwas auszuruhen. Dann stand der Auftritt von Papa Roach an. Letztes und dieses Jahr hatte ich ihre Show schon zwei Mal gesehen, weswegen wir uns zum Start eine Runde Riesenrad gönnten. Diese kleinen ruhigen Momente im ganzen Festivaltrubel genieße ich immer sehr und gehören für mich genauso wie das Abfeiern vor der Bühne dazu. Das Konzert verfolgten wir hinter dem zweiten Wellenbrecher, wo die Stimmung aber ebenso gut wie vorne war. Der Part der Nu Metal Time Machine am Ende der Show verliert für mich nach mehrmaligem Hören mittlerweile ein bisschen den Reiz, aber der Abschluss mit Last Resort verfehlte seine Wirkung nicht.

Florence + the Machine spielten danach als zweiter Hauptact des Tages. Wir verfolgten das Konzert aus dem Pressezelt, wo man die gute Stimmung des Publikums auch noch gut spüren konnte. Musikalisch fand ich sie sehr ansprechend, viele Songs kannte ich vorher und es war eine schöne Gelegenheit, sie einmal live zu erleben.

Mein großes Highlight waren die Twenty One Pilots, die um 22:45 Uhr die Hauptbühne rockten. Auch von ihnen waren mir einige Songs wie Shy away oder Stressed Out bekannt. Der Auftakt mit Skimaske war sehr gelungen und das Abziehen der Maske beim Song The Contract toll inszeniert. Die Bühnenshow war genau wie die Songauswahl sehr vielfältig, abwechslungsreich und mit dem Einsatz von Pyro und Licht wurde eine absolut überzeugende Atmosphäre geschaffen. Die Energie von Sänger Tyler Joseph war im ganzen Publikum spürbar und übertrug sich spätestens bei seinem Lauf durch die Menge auf alle Zuschauenden. Mit dieser Festivalshow haben die Twenty One Pilots mit mir auf jeden Fall einen neuen Fan gewonnen. Besonders war für mich auch, dass ich das Konzert die meiste Zeit allein verfolgte. Diese kleinen „Allein-Momente“ auf Festivals bei mir bekannten oder auch neuen Bands, in denen ich ganz für mich in die Musik eintauchen kann, gehören für mich immer irgendwie dazu und bleiben mir lange in Erinnerung.

Tag 3 – Party, Wohlfühlkonzerte und nochmal Riesenrad im Sonnenuntergang

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Am Sonntag waren wir schon gegen 13 Uhr auf dem Gelände, um pünktlich mit Skindred in den letzten Festivaltag zu starten. Ich habe vor dem Konzert etwas völlig anderes erwartet, sicherlich aber nicht den coolen und sehr unterhaltsamen Mix aus Reggae, Metal und noch viel mehr, den die Band auf die Bühne brachte. Für mich absolute Live-Festival-Musik, die gute Laune verbreitet und das für diese Uhrzeit schon ziemlich große Publikum von der ersten Minute an zum Tanzen brachte. In jedem Fall ein gelungener Start an diesem heißen Sommertag. Zebrahead schlossen direkt hier an und brachten die Luft mit gutem Punk und Circlepits zum Stauben.

Nach einer kurzen Pause standen The Butcher Sisters auf der Forest Stage und heizten der Menge mit Bierosaufus Ex ordentlich ein. Während die anderen Leute begeistert mitfeierten, holten mich die Mannheimer leider nicht so richtig ab und nach drei Songs wechselte ich zur River Stage. Um 16:45 Uhr trat hier Clueso auf, auch ein Künstler, den ich bisher noch nie live gesehen hatte. Sein auf dem Southside Festival wegen Unwetter ausgefallener Auftritt motivierte ihn, alles zu geben und Clueso brachte eine tolle Energie auf die Bühne. Auch hier war ich wieder fast die gesamte Zeit allein und für mich war es ein richtiges Wohlfühlkonzert. Gern wieder 🙂

Als nächstes stand die Show von Empire of the Sun an. Mit ihren sehr besonderen Kostümen machte die Show einiges her und einige ihrer aus früheren Werbespots bekannten Lieder holten sie mir wieder ins Gedächtnis. Ich nutzte die Zeit nach wenigen Songs noch einmal für eine Pause im Pressezelt – die Sonne der drei Festivaltage war so langsam doch recht anstrengend. Um 21 Uhr freute ich mich auf Provinz. Die Stimmung am Sonntagabend war super, viele Leute tanzten in der Abendsonne zu meinen Lieblingssongs Tanz für mich und Was uns high macht und die Band überzeugte mich live ebenso wie vorher von der Platte. Wir nutzten noch die Gelegenheit, bevor die Sonne ganz hinter den Bäumen verschwand, eine weitere Runde im Riesenrad zu fahren und die Aussicht über das Festivalgelände zu genießen.

Den Abschluss bildeten um 22:30 Uhr Billy Talent, die wie immer sehr energiegeladen ablieferten und ein würdiger letzter Gig des Festivals waren. Mit vollem Herzen, neuen Bekanntschaften und vielen schönen Erinnerungen endete so das Hurricane 2026 und ich freue mich schon sehr aufs nächste Jahr.

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