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Donner, Blitz und Gluthitze zum Start
Für die Festivalbesucher beim Hurricane Festival 2026 begann der erste richtige Tag fast schon traditionell mit einem Unwetter, dass in den frühen Morgenstunden über den Zeltplatz zog. Einmal am Wochenende gibt es immer ein kleines bis größeres Unwetter. In diesem Fall ist zumindest nichts passiert und hatte zumindest den Vorteil, dass der Boden nicht so trocken war bei den Temperaturen von ca. 30 Grad tagsüber. Gerade angekommen verschafften wir uns einen Überblick über das Gelände und die Neuerungen in diesem Jahr. Was mir direkt aufgefallen ist: Die Areale mit Sitzplätzen bieten jetzt auch sehr viele überdachte Plätze, was gerade bei dem heißen Wetter sehr praktisch war. Abgesehen davon ist mir aufgefallen, dass die „grüne“ Bühne (Forest Stage) in diesem Jahr rot gefärbt ist, was bei der farbkodierten Kommunikation bei den Festivalbesuchern zu lustigen Verwechslungen geführt haben dürfte am Anfang. Die bisher „rote“ Bühne (Mountain Stage) strahlte jetzt in Lila, was auch etwas besser zu dem Namen passt, als rot wie in den letzten Jahren. Kurze Zeit später ging es auch schon los mit dem #HurricaneSwimTeam.
Das #HurricaneSwimTeam ist 2026 spontan aus Besuchenden gegründet worden, als das Festival bei heftigen Unwettern teilweise komplett unterbrochen werden musste und in Regen versank. Aus dem Song Am sichersten seid ihr im Auto wurde die Hymne des Wochenendes und die Gruppe trat in den Folgejahren immer wieder als Eröffnungsact auf, wie das Feuerwehrorchester in Wacken. In diesem Jahr wirkte die Gruppe noch etwas eingerostet. Sie gaben aber auch zu, dass sie kaum geprobt haben. Außerdem war es der vorerst letzte Auftritt der Fan-Band. Die Party des Jahrhunderts war danach auf jeden Fall eingeläutet.
Galerie Hurricane Swim Team
Mit Grandson ging es danach schon mehr zur Sache. Der amerikanisch-kanadische Sänger legte direkt mit 100% Energie los und sprang auf der Bühne umher. Die Energie, die sich sofort aufs Publikum übertrug führte das ganze Set lang zu heftigen Moshpits. Auch politische Statements macht der Sänger und Rapper bei seinen Shows immer wieder. So verfluchte er beim Hurricane Festival unter Anderem die AFD und Alice Weidel sowie Elon Musk wozu das ganze Publikum den Mittelfinger in die Luft streckte. Grandson sagte daraufhin, dass sich alle nur umgucken brauchen und keiner mit dieser Meinung allein ist, sondern wir alle für die gleichen Werte einstehen. Das war ein starkes Zeichen gegen Faschismus und den Rechtsruck in der Welt.
Galerie Grandson
Als Nächstes zur jetzt lilafarbenen Mountain Stage. Wir haben zumindest noch 1,5 Songs von The Ataris gesehen und es versetzte mich direkt 20 Jahre zurück. Im Anschluss spielten Basement, auf die ich mich gefreut habe, weil ich sie noch gar nicht kannte, aber den Sound interessant fand. Ihre Musik erinnert etwas an Bands wie die Deftones. Es ist gleichzeitig ruhig, aber trotzdem kraftvoll. So wurde trotz des verhältnismäßig ruhigen Sounds in der Mitte vor der Bühne ordentlich gemosht. Insgesamt blieb die Band etwas hinter meinen Erwartungen zurück, was vielleicht auch der Mittagshitze geschuldet war, aber sie hatte definitiv ihr Publikum an der Mountain Stage.
Galerie Basement
Direkt danach ging es mit den Donots weiter. Nach dem Intro mit „Das ist der Weltuntergang“ ging es direkt mit voller Power und dem Song Auf Sie mit Gebrüll los. Sänger Ingo sprang immer wieder auf der Bühne in die Luft während Gitarrist Guido seine Gitarre sogar hinter dem Rücken spielte. Man merkt den Ibbenbührerern bei jedem Auftritt an, wieviel Spaß sie dabei haben. Nachdem wir aus dem Fotograben raus waren, ging die Party erst richtig los. Die Donots hatten zum 30. Geburtstag des Hurricane Festival Schaumkanonen mitgebracht und verwandelten das Moshpit in das wahrscheinlich sauberste in ganz Deutschland zu diesem Zeitpunkt. Direkt danach ging Ingo zu den Besuchenden ins Pit und rief zum Circle Pit im Schaum auf – eine rutschige Angelegenheit. Beim Cover We’re not gonna take it gegen Ende des Sets haben sie sich ebenfalls etwas Besonders einfallen lassen. Im zweiten Wellenbrecherbereich zauberten Siegfried & Joy ein Klavier in die Menge und dazu war Jakob von den Leoniden daran und spielte einen Teil des Songs in einer Piano-Version während Ingo bei ihm war und ein riesiges Circle Pit um die beiden losging. Das war ein ganz besonderer Hurricane-Moment. Dabei wurde auch angekündigt, dass die Leoniden am Samstag einen Überraschungsauftritt auf dem Hurricane spielen werden. Das Set endete wie für die Donots üblich mit dem emotionalen So Long, bei dem das ganze Publikum mitsang.
Galerie Donots
Setlist Donots
Im Programm ging es danach für uns weiter auf der Forest Stage mit The Offspring, bei denen sich die Älteren wieder 20 Jahre jünger gefühlt haben dürften. Die Band spielte einen Mix ihrer größten Hits, aber auch ein paar neue Songs. Der Anfang mit Come Out and Play, All I Want und Want you Bad versetzte einen direkt in die Zeit der American Pie Filme zurück und ließ alle ob jung oder alt springen. Im Mittelteil hatte sich die Band etwas besonderes überlegt. Als Tribut an den verstorbenen Ozzy Osbourne spielten sie ein Snippet von Paranoid von Black Sabbath und direkt danach Crazy Train vom Maestro selbst. Danach durfte sich Gitarrist Noodles an der Gitarre austoben zu In the Hall of the Mountain King während Sänger Dexter Holland an der Seite der Bühne mit Fletcher von Pennywise schnackte. In der Zugabe durfte natürlich Self Esteem nicht fehlen, wozu es nochmal besonders laut im Publikum wurde. Die Stimmung war jetzt auf dem Höhepunkt angelangt.
Galerie The Offspring
Setlist The Offspring
Ganz besonders gefreut habe ich mich auf den Auftritt von Yungblud, der als Headliner auf der „blauen“ Bühne (River Stage) auftrat und eine richtige Rock-Show versprach. Ganz in silber gekleidet und mit voller Energie kam er zu Beginn des Sets auf die Bühne gesprintet, streckte die Arme in die Luft und schrie der Menge entgegen. Es war genau das was ich erwartet habe. Nach kurzer Wartezeit durften wir auch zum Fotografieren in den Graben und der war bis zum Anschlag mit Fotografen gefüllt. Trotzdem hat wahrscheinlich jede/r ein Foto machen können. Denn Yungblud lief immer wieder auf der Bühne umher und interagierte dabei auch sehr schön mit dem Publikum. Während des Sets holte er zum Song Fleabag auch noch einen jungen Fan aus Lübeck auf die Bühne, der mit ihm und der Band den Song an der Gitarre spielen durfte. Er machte seine Sache richtig gut und dadurch wurde auch das ein ganz besonderer Hurricane-Moment.
Galerie Yungblud
Setlist Yungblud
Danach war es endlich soweit und der Headliner des Tages mit Kraftklub stand auf der Forest Stage an. Den ganzen Tag prangte bereits ein riesiges Schild mit dem Namen der Band und dem Schriftzug Sterben in Karl-Max-Stadt (nach dem neuen Album) neben der Bühne. Dazu lief ein Countdown unter dem Schild, so dass alle Besuchenden wussten wann es Zeit für den großen Auftritt war. Gleich zu Beginn ging es mit einem der neuen Songs Marlboro Mann los. Dazu wurde mit riesigen Ventilatoren und Kanonen rotes und weißes Konfetti ins Publikum gepustet. Das setzte gleich zu Beginn ein Ausrufezeichen. Das Gelände vor der Forest Stage war bis ganz hinten gefüllt und die Menge sang jeden Song in voller Lautstärke mit. Sänger Felix Kummer erzählte während des Sets noch, dass sie bis 2019 ihr eigenes Festival organisiert haben und damals in 2018 einen besagten Yungblud gebucht haben. Umso schöner fand er es, wie der Rockstar durchgestartet ist und hat das Set kurz davor mit Begeisterung an der Seite der Bühne verfolgt. Zm Ende des Sets wechselte die Band die Perspektive und stand plötzlich in der Mitte vom Publikum um von dort zwei Songs zu performen. Dabei erleuchtet das Publikum das ganze Feld mit ihren Taschenlampen. Das war ein ebenso schöner wie emotionaler Moment. Für die letzten beiden Songs kam die Band auf die Bühne zurück und gab noch einmal alles für den Abschluss mit Songs für Liam. Mit einem Bengalo in der Hand stand Felix Kummer vorne auf der Bühne und erleuchtete die Menge während diese nochmal komplett eskalierte.
Galerie Kraftklub
Setlist Kraftklub
Doch das war noch nicht der Tagesabschluss. Direkt im Anschluss fingen die Italo-Schlager-Helden von Roy Bianco und den Abbrunzati Boys auf der River Stage an und zelebrierten ihre „sehr lange“ Bandgeschichte. Es dauerte nicht lange bis sich die ersten Schlager-Strudel bildeten. Ich schaute mir den Hauptteil des Sets von weiter hinten an und selbst da bildete sich ein Schlager-Strudel (aka das gemütlichste Circle Pit) der plötzlich immer größer wurde. Mit einem Feuerwerk bildete die Show den perfekten Abschluss für den ersten Tag und machte Lust auf mehr am zweiten Tag.
Galerie Roy Bianco & Die Abbrunzati Boys
Setlist Roy Bianco & Die Abbrunzati Boys
Das Hurricane wird nicht nur von 78.000 Besucher*innen gefeiert, sondern auch von Prominenten und Politiker*innen. Sogar Finanzminister Lars Klingbeil ließ es sich nicht nehmen und stattete der lokalen Getränkebude vor der Forest Stage einen Besuch ab, sprach mit Besucher*innen und schaute sich einige Konzerte an. Aber auch Prominente, wie Elton sind jedes Jahr auf dem Festival zu finden.


















































































































































