Hard Rock Pur mit The Gems in Hamburg

Das Konzert im Knust in Hamburg hatte eine besondere Energie. Während es draußen eher ungemütlich war und vielleicht auch deswegen, wurde es drinnen schnell voll. An der Garderobe wurden schnell die Jacken abgegeben bevor es die ersten Getränke von der Bar gibt. Besonders schön im Knust ist der Vorraum, in dem auch der Merchandise-Verkauf stattfindet und in dem man sich gemütlich zusammensetzen kann. Wenn es losgeht, wird das jeweilige Konzert sogar per Leinwand und mit dem Bühnensound in den Vorraum übertragen. So verpasst man nichts, auch wenn man sich nicht im Bühnenraum befindet.

Mia Karlsson eröffnet den Abend in Hamburg

Der Abend begann überraschend intim und circa 30 Minuten früher als ursprünglich angekündigt. Mia Karlsson, die auch als Gitarristin der Band Crucified Barbara und als Bassistin von The Gems bei den Live-Shows bekannt ist, eröffnete den Gig solo. Statt knallharter Riffs war der Auftritt geprägt von einer ruhigen, gemütlichen Atmosphäre.
Ihre Performance wirkte nahbar, ehrlich und fast wie ein Blick hinter die Kulissen. Auch die Interaktion mit dem Publikum wirkte fast schon familiär. Es war eine gemütliche Einstimmung auf die härteren Klänge des Abends.

Fotos Mia Karlsson

King Zebra heizen dem Publikum ein

Danach wurde es deutlich lauter. King Zebra aus der Schweiz übernahmen die Bühne und lieferten eine Show, die genau das tat, was ein Support-Act tun sollte: das Publikum auf Betriebstemperatur bringen.
Mit klassischem Hard-Rock-Sound, eingängigen Hooks und ordentlich Druck hatten sie die Menge schnell aufgewärmt. Ich war überrascht von der Live-Performance, da ich die Band vorher noch nie live gesehen hatte.

King Zebra Hamburg 2026

Es war schon fast etwas eng auf der Bühne für die 5 Bandmitglieder im kleinen Knust in Hamburg. Die Bandmitglieder wechselten ihre Positionen öfter und wirkten auf der Bühne wie ein eingespieltes Team. Der gefühlvolle Gesang von Eric St Michaels ergänzte perfekt den harten Gitarrensound. Auch The Gems-Sängerin Guernica Mancini kam für einen Song mit auf die Bühne und sang diesen zusammen mit Eric St. Michaels. Insgesamt war es ein starker Auftritt, der perfekt als Übergang zum Headliner funktionierte.

Fotos King Zebra

The Gems: Neustart mit Vergangenheit

Als schließlich The Gems auf die Bühne kamen, war klar: Jetzt wird es ernst. Vom ersten Ton an war die Energie spürbar – roh, direkt und ohne Umwege.
Was The Gems so besonders macht, ist ihre Geschichte. Die Band entstand aus den ehemaligen Mitgliedern von Thundermother – einer Formation, die sich über Jahre hinweg einen festen Platz in der europäischen Rockszene erspielt hatte. Die damalige Gitarristin Guernica Mancini wurde durch Bandgründerin Filippa Nessel aus der Band geworfen. Bassistin Mona Lindgren und Schlagzeugerin Emlee Johansson verließen daraufhin Das Kapitel Thundermother ist für diese Musikerinnen beendet – aber ihre gemeinsame musikalische Reise noch lange nicht.
Mit The Gems schlagen sie nun ein neues Kapitel auf, ohne ihre Wurzeln zu verleugnen. Und genau das spürt man live.

The Gems Hamburg Grünspan 2026

Musikalisch bewegen sich The Gems weiterhin im klassischen Hard Rock – dreckig, riffgetrieben und mit ordentlich Attitüde. Insgesamt wirkt es jedoch frischer, freier und vielleicht auch kompromissloser als zuvor. Sängerin Guernica Mancini überzeugt mit einer kraftvollen Stimme, die sowohl die nötige Härte als auch emotionale Tiefe mitbringt. Mia Karlsson am Bass sorgt für das Fundament, während die Gitarrenarbeit von Mona Lindgren präzise und gleichzeitig voller Spielfreude ist.
Was besonders auffällt: Die Chemie in der Band stimmt. Hier steht keine zusammengewürfelte Band auf der Bühne, sondern ein eingespieltes Team, das genau weiß, was es will.

So klingt The Gems auf der Bühne

Das Hamburger Publikum zeigte sich von Beginn an begeistert. Es war kein klassisches Moshpit-Konzert, aber eins bei dem Headbangen und Mitsingen im Vordergrund stand. Zwischen Jeanskutten und schwarzen Hardrock- bis Metal-Shirts war alles im Publikum zu sehen. Gerade bei den treibenden Songs wurde klar, dass The Gems live am besten funktionieren und das Publikum mitreißen können. Man hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, einer „neuen“ Band zuzusehen. Vielmehr wirkte es wie eine Formation, die sich bereits gefunden hat und genau weiß, wohin die Reise gehen soll.

Der Abend in Hamburg hat gezeigt, dass The Gems nicht im Schatten ihrer Vergangenheit stehen, sondern ihre eigene Identität formen. Es ist nicht innovativ, aber dafür solider Hard Rock, der das Publikum mitzieht. Live ist es auf jeden Fall eine Empfehlung.

Fotos The Gems

Setlist The Gems

The Gems Setlist Knust, Hamburg, Germany 2026

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